FeedErmland (Warmia)
GeschichteBrockhaus 1882

Ermland (Warmia), auch Ermeland, anmutiger und fruchtbarer Landstrich im preuß. Regierungsbezirk Königsberg, zwischen Frisching, Passarge, dem Frischen Haff und Alle gelegen, war ursprünglich eine der elf Landschaften, in welche sich das alte Preußen teilte, und, nachdem es von den Deutschen Rittern erobert worden, eins der vier Bistümer, in die der Papst 1243 bas Ordensland teilte. Es war dicht von Deutschen bevölkert. Der Bischof von E. bewahrte seine Selbständigkeit dem [Orden gegenüber, stand anfangs in kirchlicher Rücksicht unter dem Erzbischof von Riga, dann unmittelbar unter dem Papst und and. Ou im 14. Jahrh. den deutschen Reichsfürstenstand. Durch den Thorner Frieden kam E. 1466 mit ganz Westpreußen unter poln. Herrschaft; mit ihr begann das gewaltsame Polonisieren des Landes. Der Bischof gehörte seitdem dem poln. Senat an, hatte das Recht, bei Thronerledigungen die preuß. Stände, wie der Erzbischof von Enesen die polnischen, zu berufen, präsidierte im preuß. Senat und hieß deshalb Prussiae regiae Primas. Die berühmtesten Bischöfe von E. sind Aneas Silvius Piccolomini, Mauritius Ferber, welcher 1526 den Nichtkatholiken den dauernden Aufenthalt in E. verbot, Dantiscus, Hosius, dessen strenge 905 die d gegen die Reformation zur Folge hatten, daß die Landschaft, während ringsum der evang. Glaube sich verbreitete, katholisch blieb, Cromer und Krasicki. Die Residenz des Bischofs war Braunsberg, später Heilsberg; gegenwärtig ist Frauenburg der Sitz des Domkapitels. E. wurde 1772 dem preuß. Staate einverleibt. Friedrich d. Gr. hob die alte Landesverfassung auf und der Bischof verlor seine fürstl. Machtbefugnisse und Einkünfte. Das Gebiet von E. umfaßt 12 Dekanate mit 108 Pfarreien und entspricht den jetzigen vier Kreisen Braunsberg, Heilsberg, Rössel und Allenstein, welche (1880) auf 4250 akm 222 967 meist katholische E. zählen. Erms, Nebenfluß des Neckars in Württemberg, entspringt oberhalb Seeburg auf der Alp, fließt durch das Thal von Urach und mündet bei Neckartenzlingen. R Regierungsbezirk Merseburg, Gebirgskreis kansfeld, Landgerichtsbezirk Halle a. S., 8 Em im SW. von Aschersleben, auf einem Kiesrücken an der Selke, 18 Em im NW. von Mansfeld, an der Linie Frose-Ballenstedt der Preußischen Staatsbahn, zählt (1880) 2925 meist evang. E. (nur 27 Katholiken und 34 Juden), ist Sitz eines Amtsgerichts (Strafkammer Eisleben), hat eine städtische Sparkasse, einen Vorschuß⸗ und Sparverein, Ackerbau, eine Kalkbrennerei, Lohgerbereien, zwei Pechfabriken, zwei Wassermühlen, eine Zuckerfabrik, zwei Brennereien, eine Malzfabrik, eine Papierfabrik. Zu E. gehören die Domäne E. (Zuckerfabrik) und zwei Rittergüter. Etwa 2 km von der Stadt entfernt liegt die halb zerstörte Könradsburg mit bemerkenswerter, eine Krypta enthaltender Kirche. In E., welches ehemals zum Bistum Halberstadt gehörte und 1648 an Brandenburg kam, wurde 1719 der Dichter Gleim geboren. Ernährung nennt man in der Physiologie die

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 300Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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