Ernst III., Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, der Sohn des Herzogs Franz, geb. 2. Jan. 1784, succedierte 9. 9015 1806. Da er sich an dem Feldzuge 4an Napoleon 1806 beteiligt hatte, wurde sein Land von Frankreich in Besitz genommen; doch erhielt er dasselbe im Tilsiter Frieden durch Fürsprache des Kaisers Alexander zurück und langte 28. Juli 1807 in seiner Residenz Coburg an. Seitdem war er vorzüglich mit der Organisation der Staatsverwaltung seines Landes beschäftigt, mußte aber dem Rheinbund beitreten, schloß sich jedoch nach der Schlacht bei Leipzig an die Verbündeten an, übernahm den Oberbefehl über das 5. deutsche Armeekorps, blockierte mit demselben Mainz und brachte diese Festung zur Übergabe. Auf dem Wiener Kongreß wurde ihm in dem jenseit des Rheins gelegenen Fürstentum Lichtenberg (s. d.) eine Landesvergrößerung mit 20000 E. zugesprochen, welche im zweiten Pariser Frieden, nachdem er als Oberbefehlshaber der sächs. Truppen wieder am Feldzug gegen Napoleon I. teilgenommen hatte, durch eine weitere mit 5000 E. vermehrt wurde. Doch trat er Lichtenberg 22. Sept. 1834 für 2 Mill. Thlr. an die Krone Preußen ab und erkaufte dafür 1836 die Domänen Wandersleben, Mühlberg und Rohrensee oberhalb Erfurt, 1837 Thal und 1838 Mechterstedt im Mn sel Hez Eine bedeutendere Gebietsvergrößerung fiel ihm nach Erlöschen des gothaischen Stammhauses durch den Staatsvertrag vom 12. Nov. 1826 in dem Herzogtum Gotha zu, wofür er jedoch das kleine Fürstentum Saalfeld nebst der früher zu Gotha gehörigen Herrschaft Kranichfeld an Meiningen abtreten mußte. Hierdurch wurde er als Ernst J. Gründer des Hauses Coburg-Gotha. In Coburg hatte er nach dem Wiener Kongreß eine repräsentative Verfassung gegeben; in Gotha aber ließ er die alten Stände in ihren Rechten bestehen und führte nur eine der preußischen nachgebildete Städteverfassung ein. In Gemeinschaft mit den beiden andern herzogl. Linien, Altenburg und Meiningen, erneuerte er 1833 den Ernestinischen Hausorden. Seine Länder verschönerte er durch geschmackvolle Bauten und schöne Parkanlagen, wie das herzogl. Schloß, die Rosenau und den Kahlenberg, das neue Schauspielhaus in Coburg, das Schloß Reinhardsbrunn u. s. w. Auch Wisienschaft und Kunst unterstützte er und war namentlich auf die Vermehrung der Bibliothek in Gotha und der dort befindlichen Sammlungen bedacht. Er starb 29. Jan. 1844. Ihm folgte sein Sohn Ernst IV. (s. d.); sein zweiter Sohn Albert (s. d.) war der Gemahl der Königin Victoria von England.