Ernst II., Herzog zu Sachsen-Gotha und Altenburg, geb. 30. Jan. 1745, der zweite Sohn Herzog Friedrichs III., 10 Re seinem Vater 1772 in der Regierung. Durch Reisen nach Holland, England und Frankreich 1767—69 und im Umgange mit den hervorragendsten Männern des letztgenannten Landes gebildet, regierte er mit Weisheit und Gerechtigkeit. Er brachte in das durch den Siebenjährigen Krieg zerrüttete Finanzwesen wieder Ordnung, verbesserte die Justizpflege, errichtete Armenanstalten, Arbeits⸗ und Krankenhäuser, stiftete eine Pensionsanstalt für die Witwen und Kinder der Staatsdiener, n m für Verbesserung und Erweiterung der Schulen und beförderte auf alle Weise Kunste und Wissenschaften. Nächst der Sprachkunde legte er auf die Mathematik einen besondern Wert, war selbst astron. Schriftsteller und unterstutzte die Herausgabe manches wissenschaftlichen 312 Ernst III. (Herzog von Sachsen⸗-Cobur Werks. Er gründete die Sternwarte auf dem Seeberge bei Gotha und war der erste, der in Deutschland eine Gradmessung veranstaltete. Die zu seinen gemeinnützigen Unternehmungen nötigen Summen gewann er durch kluge Sparsamkeit und Einfachheit der Lebensweise, die er an seinem Hofe einführte. Auch schloß er sich zum Schutze des Reichs an den von Friedrich d. Gr. gestifteten Fürstenbund (. d.) an. Mit Festigkeit widersetzte er sich allen fremden Werbungen in seinen Landen, wie er denn selbst das Verlangen des Königs von England, seines nächsten Anverwandten, ihm für ansehnliche Geldsummen Truppen nach Amerika zu überlassen, von Megien Er starb 20. April 1804. Ihm folgte in der Regierung sein Sohn August (s. d., Bd. II, S. 2175). Vgl. Nicolai, Ernst II.5 (Arnstadt 1820); Beck, «Ernst II., Herzog zu Sachsen-Gotha und Altenburg (Gotha 1854); derselbe, Geschichte des gothaischen Landeso (Gotha 1868).