Ernst II., Herzog von Schwaben, 1015—30, Sohn des vorigen, wurde noch als Kinb von Kaiser Heinrich II. zum Nachfolger seines Vaters ernannt und stand während seiner Ruutter ielg . unter der Vormundschaft seiner Mutter Gisela (Tochter des Herzogs Hermann III. und mütterlicherseits Enkeltochter des burgund. Königs Konrad) und seines väterlichen Oheims, des Erzbischofs Poppo von Trier. Da die verwitwete Gisela sich mit dem Grafen Konrad von Franken vermählte und dieser als Kaiser Konrad II. mit dem König Rudolf III. einen Vertrag schloß, wodurch, wie seinem Vorgänger, dem Kaiser Heinrich II., so auch ihm und seinem Sohne Heinrich die Erbfolge in dem burgund. Königreiche gesichert wurde, so geriet er in Streit mit seinem Stiefsohn, dem Schwaben-Herzog C. II., und mit dem Grafen Odo von Champagne, welche beide als Söhne von Schwestern des Rönigs Rudolf Ansprüche auf die burgund. Erbschaft machten. Der erste Aufstandsversuch wurde niedergeschlagen, und E. begleitete darauf seinen Stiefvater nach Italien. Von da nach Deutschland zurückgesandt, griff er mit Odo und andern 80 den Waffen, fiel in Burgund ein, verübte Feindseligkeiten gegen Klöster und zerstörte Augsburg. Nach seiner Rückkehr von Italien lud der Kaiser ihn vor den Reichstag in Ulm. Hier mußte sich E., da seine Dienstleute sich weigerten, mit ihm gegen den Kaiser zu ziehen, auf Gnade und Ungnade dem Kaiser ergeben. Er wurde auf die Festung Giebichenstein (bei Halle) gebracht und erst nach zwei Jahren auf die Fürbitte seiner Mutter aus der Haft entlassen. Auf dem Reichstage zu Ingelheim, 1030 erklärte der Saeden daß er ihm das Herzogtum Schwaben zurückgeben werde, wenn er seinen treuesten Freund und affengenossen, den Grafen Werner von Kiburg, bekriegen helfe. Da E. eine solche Zumutung entschieden zurückwies, so belegte ihn Konrad mit der Reichsacht, ließ durch die Bischöfe den Bann über ihn auss En Brr und übertrug das Herzogtum Schwaben dessen Bruder Hermann. C. zo f auf die Felsenburg Falkenstein im Schwarzwalde zurück und lebte dort einige Zeit von Raub und Plünderung. Am 17. +* fiel er und Werner im Kampfe gegen den vom Bischof Warmann von Konstanz, dem Verweser des Herzogtums, gegen ihn ausge208 fa Grafen Mangold, welcher gleichfalls den Tod fand. Deutsche Sage und Lied bemächtigten sich dieses tragischen Stoffes, verwoben damit die Schicksale anderer unglücklichen EDer ich und schufen das Volksbuch «Herzog E.v Der schwäb. Dichter Uhland hat in seinem Trauerspiel „Herzog C. von Schwabenv dessen Freundestreue ein würdiges Denkmal gesetzt. Schleiden (s. d.). Erust, Dichtername von Matthias Jakob Erust (Heinr. Wilh.), m Mahralu Violinspieler, geb. 1814 zu Brünn in Mähren, kam frühzeitig nach Wien ins Konservatorium und wurde hier Böhms Schüler im Violinspiel, während Seyfried ihn in der Tonsetzkunst unterwies. Später vervollkommnete er sein Geigenspiel noch unter Mayseders Leitung. Nachdem er bereits mit 16 Jahren seine erste Kunstreise (nach Süddeutschland) gemacht, kam er 1832 nach Paris, wo er auch lich die Vorzüge der besten franz. Geiger, namentli Beriots, studierte und in dortigen Kreisen ein beliebter Spieler wurde. In der Folge unternahm er umfängliche Kunstreisen und lebte seit Mitte der vierziger Jahre vorwiegend in England, mußte aber, körperlich leidend, das Violinspielen zuletzt aufgeben. E. starb zu Nizza 10. Okt. 1865. In seiner Blütezeit zeichnete sich E. nicht weniger durch Glanz der echnik als durch höchst anziehenden Vortrag aus. Auch seine Kompositionen (etwa 20 Werke) machten durch ihre ansprechende und dankbare Weise viel Glück. Die beliebtesten darunter sind die „Elegies, die Othello-Phantasier und «Der Karneval von Venedigo (eine Nachahmung des Paganinischen Erunst-August-Orden, hannov. Orden, vom König Georg V. 15. Aug. 1865 gestiftet, zählte fünf Klassen: Großkreuze, Komture 1. und 2. Klasse, Ritter 1. und 2. Klasse. Die Dekoration besteht in einem weißemaillierten achtspitzigen Kreuze, zwischen dessen Armen abwechselndein Kurhut undeine Königskrone ruht und dessen Mitte ein rundes Schild mit dem goldenen Namenszuge E. A. auf rotem Emailgrunde und umgeben von dem Wahlspruche „Suscipere et finiren auf blauem Grunde trägt. Das Band ist scharlachrot mit dunkelblauen Randstreifen. Erusthall, Saline bei Bufleben (s. d.). Erustthal, Stadt in der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, Amtshauptmannschaft Glauchau, Amt erichtsbezirk Hohenstein-E., Landgerichtsbezirk Zwickau, unmittelbar östlich neben Hohenstein am Südfuße des mein luth. E. in 345 —389 m Höhe, mit 4361 meist luth. E. in 310 Häusern, ist Station der Linie Zwickau-Chemnitz der Sächsischen Staatsbahn und liegt 18 Km im WSW. von Chemnitz und 14 Km im OSO. von Glauchau. Der Ort hat Steinkohlengruben (ruhende) und Mineralquellen, bedeutende Jacquardweberei weißer und bunter baumwollener Waren (Waffeldecken u. s. w.), glatter und broschierter baumwollener und mit Wolle und Seide gemischter Westen⸗ und Kleiderstoffe, Damenshawls und Herrentücher in Seide, für welche Deutschland, die Niederlande, Belgien, die skändinav. Staaten und die Türkei, Schweiz, Frankreich und Amerika das Absatzgebiet bilden; ferner Strumpfwirkerei teils auf sog. regulären, teils auf Rundstühlen, deren Erzeugnisse zum Teil nach Nord⸗ und Südamerika ausgeführt werden, und eine Wollfärberei, eine Baumwollfärberei, eine Seidenfärberei mit Dampfbetrieb, eine Appreturanstalt mit Lan Strumuufsowie zwei mechan. Web⸗ und zwei mechan. Strumpffabriken mit Dampfbetrieb. Eine 01 welche 1680 in Hohenstein wütete, gab zur Gründung E.s Veranlassung.