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NaturlehreBrockhaus 1882

Erz ist zunächst ein wissenschaftlich mineralog. Begriff, indem man darunter ein metallhaltiges Mineral versteht, z. B. Bleiglanz, Eisenspat, Rotülkigerz, Kupferglanz. Abweichend davon hat das ort aber auch, seiner ursprünglichen Anwendung entsprechend, eine bergmännis technische Bedeutung, ins Iae damit alle Mineralien oder Mineralgemenge belegt werden, welche eine gewisse, noch mit ökonomischem Vorteil ausbringbare Menge eines Metalls enthalten. Es ᷓMeinl dazu gediegene Metalle, Schwefelmetalle, Metalloxyde, Metallsalze und einige andere metallhaltige Verbindungen, unabhängig davon, unter welche Klasse oder Ordnung des Mineralsystems sie fallen. E. im technischen Sinne sind also nicht homo-Dirse Substanzen, wie die Mineralien, sondern alle iejenigen metallhaltigen Massen, welche von dem Bergmann zur weitern Verarbeitung in den Aufbereitungswerkstätten und den Hütten zu Tage ge-Ruwer⸗ werden, z. B. Gesteine, welche metallische ineralien feinverteilt eingeschlossen enthalten endernd Mine Sandstein mit Bleiglanz), ferner allerhand Mineralien, welche so miteinander oder mit Gestein verwachsen vorkommen, daß sie gemeinschaftlich gewonnen werden müssen (Quarz mit gediegenem Gold, Bleiglanz mit Quarz und Thonschiefer, Kalkspat mit Kupferkies und Zinkblende). Zum technischen Begriff E. Roone das Vorkommen in größerer Quantität: ein kagneteisenkryställchen, eingesprengt in einem Schiefer, ist nur im mineralog., nicht im bergmännischen Sinne ein E. Jener Beiff Laehn aber nicht allein von der Größe des etallgehalts ab, sondern auch von dem Handelswert der einzelnen Metalle, von der größern oder geringern Leichtigkeit, mit welcher sie von den nichtmetallischen Nebenbestandteilen getrennt werden können, von den 1 Dea der Arbeitslöhne, der Brennmaterialien, des Transports. So kann man z. B. einen dunkelbraunen Sandstein, trotzdem er vielleicht 10 Proz. Eisenoryd enthält, kein Eisenerz nennen, weil das Metall nicht mit Vorteil daraus dargestellt werden kann, wogegen eine Quarzmasse, in welcher sich auch nur 1 Proz. Gold fein verteilt findet, schon als ein sehr edles und reiches C. gilt. Aber auch Duean genommen ist der technische Begriff E. insofern ein relativer, als die Zuzählung eines Minerals zu den Erzen von dem jeweiligen Standpunkte der hüttenmännischen Erfahrungen abhängt und durch die Erweiterung der chemischen Kenntnisse, sowie die Vervollkommnung metallurgischer Operationen früher bekannte, aber unbeachtete Mineralien, z. B. die Kobalt⸗ und Nickelverbindungen, auch die Zinkblende so erst im Laufe der Zeit zu E. geworden sind. Gemeinhin werden so viele Arten von E. unterschieden, als es verschiedene einfache Körper gibt, welche im großen aus denselben dargestellt werden; daher spricht man von Arsenik⸗, Blei⸗, Eisen⸗, , Gold⸗, Silber⸗, Vitriol⸗, Zink⸗, Zinnerzen. Enthalten die E. mehrere Körper, deren Gewinnung zugleich beachtet wird, so werden dieselben durch einen aus beiden Körpern gebildeten Namen bezeichnet, indem man jenes Metall, welches dem andern nur zufällig beigemengt ist, in Form eines Beiwortes voraussetzt, z. B. silberhakt e Blei⸗-, bleiüsche Silber-, kupferige Silbererze. Gediegene Erze heißen solche Metalle, welche mit andern Stoffen nur wenig oder gar nicht vermischt sind. Nach den vorwaltenden, den E. beigemengten Bestandteilen unterscheidet der Hüttenmann behufs Gattierung und Beschickung quarzige, ocherige, schieferige, spatige, thonhaltige, bituminöfe, kalkhaltige, kiesige, antimonialische, arsenikalische, blendige u. s. w. Erze; er unterscheidet ferner Glanzerze, die einen metallischen Glanz besitzen, und dürre C., bei welchen die Oryde der metallischen Grundlagen vorherrschen, welche unter dem Namen Erden bekannt sind. Nach der Schmelzbarkeit aue Dimn man ferner leichtflüssige E., welche die zur Bildung eines leichtflüssigen Silicats nötigen Bestandteile besitzen, und strengflüssige E., welche nur mit zweckmäßigen Zuschlägen (verschlackende, zerlegende oder auflösende Substanzen) verschmolzen werden können. Die vor dem eigentlichen Hüttenprozesse vorzubereitende mechan. Absonderung der mit den E. einbrechenden tauben Gesteine ist Gegenstand der Aufbereitung (s. d.) und das durch die trockene Scheidung gewonnene E. wird gewöhnlich Scheideerz, Stufenerz, Guterz genannt; das Produkt der nassen Aufbereitung dagegen heißt Schlich, auch gewaschenes E., oder aufbereitete Pochgänge, oder Wascherz. Das Vorkommen der E. so überaus mannigfaltig und die Erscheinungen dabei sind so verwicke t und zahlreich, daß hier nur die Andeutung genügen muß, wie hauptsächlich die krystallinisch schieferigen Gebirgsarten und die Gesteine der ältern geolog. Formationen den größten Teil der E. 0 ursprünglicher Lagerstätte enthalten. (Vgl. Erz agerstätten.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 333Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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