FeedEsparsette
PflanzenreichBrockhaus 1882

Esparsette ist der von Tournefort aufgebrachte französische, auch in die deutsche Sprache übergegangene Name der zur Familie der Leguminosen gehörigen Pflanzengattung Onobrychis oder Hedysarum, welche sich durch einsamige, runzelig-grubige, am Rande mehr oder minder dornig gezähnte Hülsen auszeichnet. Zu ihr gehört die gemeine Esparsette (O0. sativa Lamit. oder H. onobrychis J.), auch Esper, Süßklee, türkischer Klee, Schildklee, Hasenkopf und Schweizerklee genannt, eine der trefflichsten Futterpflanzen, die nur auf kalkhaltigem, lehmigem Boden und zwar besonders in Berggegenden gedeiht und langgestielte Ahren mit rosenroten, gestreiften Schmetterlingsblumen trägt. Mittels der E. können auch dürre, unfruchtbare, dem Pfluge nicht zugängliche Berge und Abhänge, welche sonst keinen Nutzen gewähren, aufs zweckmäßigste nutzbar gemacht werden. Gewöhnlich gibt sie bloß einen Schnitt und nur auf gutem Boden zwei Schnitte des besten Heues, das an nährendem Stoffe viele andere Futterpflanzen weit übertrifft. Bei gehöriger Pflege in günstigen Lagen dauert die E. 10—15 Jahre aus und läßt dann den Boden noch so befruchtet zurück, daß er mehrere Ernten ohne Düngung liefert. Die Blüten bieten den Bienen viel Honig dar. Die E. wächst auf dürren, sonnigen Kalkplätzen in Mittel- und Süddeutschland, desgleichen in Südeuropa auch wild. Die E. wird namentlich befallen von einem Pilze, Uredo anthyllitis, der Uredoform von Uromyces trifolii. Andere Arten der Gattung sind die spanische CE. (O. oder H. coronarium), auch Alfala, span. Klee oder Blumenklee genannt; ferner der Mannaklee (O. oder H. alhagi), das Hauptfutterkraut des Orients, und endlich der bengal. Schildklee (O. oder H. gyrans), die einzige Pflanze, deren Blätter sich beständig bewegen, solange sie die Sonne bescheint, welche daher einen hervorragenden Rang unter den sog. Sensitiven einnimmt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 360Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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