FeedEssek
ErdkundeBrockhaus 1882

Essek, Essegg, königl. Freistadt und die bedeutendste Gewerb- und Handelsstadt in Slawonien, Hauptort des Komitats Verovitic (Veröcze), rechts an der Drau und an der Alföld-Fiumaner Eisenbahn. Namentlich gestaltete sich der Transitohandel mit Getreide, Holz, Borstenvieh, steirischem Eisen und Bretern, baranyaer und syrmier Wein und bäcser Flachs sehr bedeutend, seit die Drau mit Dampfschiffen befahren werden kann. Die gleichnamige Festung, schon zu den Römerzeiten unter dem Namen Mursia bekannt, wird von einem am linken Drau-Ufer gelegenen Fort gedeckt. Sie ist von der Stadt durch einen 760 m breiten Zwischenraum getrennt und mit Schanzen und Basteien umgeben. Die Stadt selbst besteht aus der Unter- und Oberstadt und aus den Meierhöfen. Sie ist in den Hauptgassen hübsch gebaut. E. ist Sitz des Komitatsmagistrats, der Komitatsgerichtstafel, einer Finanzbezirksdirektion, des Festungskommandos und einer Handels⸗ und Gewerbekammer. Die Stadt zählt (1880) 19000 E., Serben, Kroaten, Schokaczen (kath. Serben), Deutsche und Magyaren, der Konfession nach Griechisch Orientalische, Katholiken und Juden; sie hat vier Kirchen, zwei Klöster, ein Obergymnasium, zwei Lehrerbildungsanstalten, und eine Hauptschule. In der Festung sind namentlich bemerkenswert die Kommandantenwohnung und das Stadthaus, in der untern Stadt das schöne Komitatshaus. In der Revolution von 1848 wurde E. anfangs vom Grafen Kas. Batthyänyi für die ungar. Regierung behauptet, nach einer mehrwöchentlichen Belagerung aber 23. Febr. 1849 von dem kaiserl. General Baron Trebersberg genommen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 368Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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