FeedEuklides
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Euklides, der Mathematiker, studierte zu Athen in der Platonischen Schule und begann um 300 v. Chr. unter Ptolemäus Soter in Alexandria Mathematik öffentlich zu lehren. Er hat die damals bekannte reine Mathematik in seinen «Elementen⸗ (4Stoicheiao) wissenschaftlich zusammengestellt, welche allen ähnlichen Werken bis auf unsere Zeit unt Vorbild gedient haben. Auch durch eigene ntersuchungen (Data, Porismen) hat er die Grenzen der damaligen Mathematik erweitert, wie man besonders aus Pappus' Emnlicken W ersieht. Die besten Ausgaben seiner sämtlichen Werke besorgten Gregory (Oxf. 1703) und Peyrard (3 Bde., Par. 1814 —18). Die älteste griech. Ausgabe 4 „Stoicheiad (Elemente der reinen Mathematik), die auf einer im 4. Jahrh. n. Chr. veranstalteten Revision beruht, erschien (1533) zu Basel. Die beste Ausgabe derselben lieferte August (2 Bde., Berl. 1826—29); ins Deutsche wurden sie übersetzt von Lorenz (Halle 1781; zuletzt herausg. von Hartwig, Halle 1860), die Dedomena oder Data von Wurm (Berl. 1825). Die gleich einigen andern Schriften vielleicht nicht unmittelbar von ihm herrührenden «Anfangsgründe der Musiko gab Pena —¹⁷ 1557) heraus. Vgl. Cantor, «E. und sein uklides, aus Megara, griech. einer der ältesten Schüler des Sokrates. Obgleich allen Megarensern bei Todesstrafe verboten war, das Gebiet von Athen zu betreten, kam er doch des Abends in weiblicher Kleidung zur Stadt, um einige Stunden den Unterricht des Sokrates zu genießen. Nach dem Tode des Sokrates, bei welchem er zugegen war, stiftete er eine Den Schule, die Megarische Schule (s. d.). en Mittelpunkt seiner Lehre bildete der eine Verschmelzung eleatischer Begriffe mit der Sokratischen Hervorhebung des Sittlichen enthaltende Satz, daß das Einzige, was in Wahrheit sei, das Gute sei, welches durch vielerlei Namen bezeichnet werde; alles übrige sei nicht. Um diesen Satz zu rechtfertigen, suchte er indirekt nachzuweisen, daß alle übrigen ewohnten Begriffsverbindungen Leichne seien, den Inhalt dessen, was allein sei, zu bezeichnen. Diese zum Teil spitzfindige Dialektik bildeten seine Anhänger weiter aus, und die Schule wurde deshalb auch die eristische, d. i. lroü genannt. Die Lehre des E. und seiner Schüler ildete, indem sie metaphysische und ethische Tendenz gab, den Übergang zur Platonischen Ideenlehre. Vgl. Mallet, „Histoire de 'école de Mégare et des écoles d'Euclides et d'Eretrie: (Par. 1845); Henne, Ecole de Mégarer (Par. 1843).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 417Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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