FeedEulogie (grch.)
ReligionBrockhaus 1882

Eulogie (grch.), heißt eigentlich schöne, wohlklingende Rede. Im kirchlichen Sprachgebrauch hat es eine doppelte Bedeutung erhalten, eine liturgische und eine sakramentale. In der Liturgie bezeichnet E. den Segensspruch, und zwar ebensowohl den Segensspruch, mit welchem ein Geistlicher ordiniert wird, als den Segen, den der Presbyter oder Bischof beim Schluß des Gottesdienstes oder bei andern feierlichen Anlässen dem Volke erteilt. Bei der Feier des Abendmahls Matn⸗ 2 C. ursprünglich nach 1 Kor. 10, 16; Matth. 26, 26. 27 die Segenssprüche, durch welche die Elemente Brot und Wein für den sakramentalen Gebrauch geweiht wurden. Frühzeitig ging alsdann der Name über auf das Abendmahl selbst, oder auf die geweihte Hostie. Von dieser pflegte man nicht bloß den Abwesenden, Kranken und Gefangenen durch die Diakonen mitzuteilen, sondern auch zum Zeichen der Gemeinschaft des Glaubens andern Parochien zuzuschicken. Später, etwa im 5. Jahrh., wurde dann die Bezeichnung E. von der geweihten Hostie übertragen auf das zum Opfer dargebrachte Brot, von dem die Hostie genommen, das gesegnet und an diejenigen verteilt wurde, welche zum Genuß des Abendmahls noch nicht zugelassen wurden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 422Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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