Eustathius von Sebaste, geboren in Kappadocien, ward um 355 Bischof von Sebaste in Armenien, wo er 380 starb. In den arianischen Streitigkeiten schloß er sich nach mancherlei Schwankungen den Eunomianern an. Er gründete in Sebaste ein großes Spital für Fremde und Kranke und war unermüdlich, das Mönchsleben in Pontus, Paphlagonien und Armenien zu befestigen. Als Anhanger einer übermäßigen Ascese ward E. der Begründer einer schwärmerisch-ascetischen Partei, deren Anhänger (Eustathianer) allen Verheirateten und Reichen die Seligkeit absprachen, von einem verheirateten Priester das Abendmahl nicht annahmen, Sonntags fasteten, den Genuß von Fleisch untersagten, eine besondere Mönchstracht anlegten. Gegen sie richtete um 365 die Synode zu Gangra mehrere Beschlüsse.