FeedExerzierknochen
HeilkundeBrockhaus 1882

Exerzierknochen, Bezeichnung für eine knöcherne Verhärtung im Deltamuskel und im zweiköpfigen Beugemuskel des Oberarms, welche infolge einer chronischen, mit Ablagerung von Kalksalzen einhergehenden Entzündung des Muskelgewebes bei solchen Personen entsteht, die Uüberhaupt eine Disposition zur Knochenneubildung besitzen. Veranlassung zu einer derartigen chronischen ossifizierenden Muskelentzündung geben entweder anhaltende Überanstrengungen oder fortgesetzte mechan. Insulte (Stoß, Druck, Anschlagen des Gewehrs beim Exerzieren u. dgl.) des betreffenden Muskels. Ahnliche Verknöcherungen finden sich als sog. Reitknochen bei manchen Reitern in den großen Zuziehermuskeln der Oberschenkel. Die Beschwerden, welche derartige Verknöcherungen der Muskeln verursachen, bestehen in Schmerzhaftigkeit bei gewissen Bewegungen und in einer mehr oder minder großen Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit; ausgebreitetere Verknöcherungen können auch eine Verkürzung und Entartung des befallenen Muskels 10 Folge haben. Die Behandlung besteht bei erheblichern Funktionsstörungen in der operativen Entfernung der verknöcherten Muskelpartie; alle andern Heilversuche haben sich nutzlos erwiesen. „Wuchor Municipalstadt, Parlamentsborough, als Bischofssitz (seit der angelsächs. Zeit) City und auptort der engl. Grafschaft Devon, an der Westahn und an der schiffbaren, hier überbrückten Ex oder Exe, 15 kKm oberhalb deren Mündung in den Kanal, in freundlicher und fruchtbarer Gegend gelegen und früher stark befestigt, hat im ältern Teile enge heruhay aber in den Vorstädten Northernhay, Southernhay u. s. w. schöne Gebäude und Plätze und zählt (1881) 37608 E. Das bemerkenswerteste Gebäude ist die schon w1050 gegründete, mit Ausnahme des roman. Querschiffs und der Türme jedoch 1281—1380 im normann.⸗got. Stil erbaute St. Peterskirche oder Kathedrale mit zwei 44,½2 m harnt Türmen, mehrern schönen Kapellen, einem armonischen Geläute von 12 Glocken (darunter die 12500 Pfd. schwere Glocke «Great Tom of E. einer merkwürdigen, im 14. Jahrh. gefertigten Uhr im nördl. Querschiff, einem prachtvollen bischöfl. Katheder von 1470, einer der berühmtesten Orgeln Englands, wertvoller Bibliothek (im spätgot. Chapterhouse) und vielen durch Alter und Pracht ausgezeichneten Denkmälern (die der Bischöfe Bartholomäus, gest. 1184, Henry Marshall, gest. 1206, und Simon de Apulia, gest. 1223). Die Minstrels-Gallery im nördl. Schiff, eine Reihe musizierender Engel in Nischen, ist von 1400. Außerdem besitzt E. noch 29 andere Kirchen und Kapellen, einen bischöfl. Palast, einen neuen Gerichtshof neben dem noch stehenden Eingange der alten Burgruine Rougemont, ein Grafschafts- und ein Rathaus, zwei Markthallen, ein Theater, ein Zucht⸗ und ein Besserungshaus, eine Irren⸗, eine Taubstummen⸗ und Blindenanstalt u. s. w. Es befinden sich daselbst ein bischöfl. Seminar, eine Lateinschule und eine Handwerkeranstalt, eine Polytechnische und eine Gesellschaft zur Förderung der Künste, jede mit einer Bibliothek und einem Museum, sowie eine Gesellschaft für Kirchenbaukunde mit einem Museum. Bei der Stadt liegt der 280 melange Dock, welchen ein schon im 12. Jahrh. angelegter, 4,6 m tiefer und 8 km langer Schiffskanal mit der untern Ex verbindet. Die Bevölkerung treibt Reederei und Handel, unterhält Brauereien, Eisengießereien, Handschuhfabriken und Papiermühlen. Zu Anfang des 18. Jahrh. war es der Hauptsitz der Wollverarbeitung in England, der jetzt in Yorkshire liegt. Im J. 1877 war die Hafenbewegung 922 Schiffe von 86 825 t, ohne die Küstenfahrer. — E. ist das Isca Dumnoniorum der Römer, das Caer-Isk der Briten, das Exanceaster der Angelsachsen und heißt mittellat. Exonia. An die vielen Kriegsthaten der alten, einst als reicher Handelsplatz berühmten City erinnern nur noch das Thor der von Wilhelm dem Eroberer gebauten hochgelegenen normann. Feste Rougemont-Castle, an deren Stelle jetzt ein neues Sessionshaus steht und wo einst die Residenz der Könige von Wessex war. Exsunt (lat.), sie gehen, treten ab (in Schauspielen zur Bezeichnung des Weggangs von Personen von der Bühne); exeunt omnèes, alle ab!

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 474Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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