Eynard (Jean Gabriel), ein insbesondere durch seine Wirksamkeit als Philhellene bekannter genfer Bankier, stammte aus einer franz. Adelsfamilie, die sich zur Zeit Ludwigs XIV. infolge der Protestantenverfolgung nach Genf gewandt hatte. Sein Vater gründete indes zu Lyon ein Bankierhaus, und hier wurde der Sohn 28. Sept. 1775 geboren. Als der Konvent 1793 die Stadt Lyon belagerte, focht der junge E. in den Reihen ihrer Verteidiger. Nach dem Falle der Stadt floh er mit seiner Familie wieder nach der Schweiz und ließ sich mit dieser in Rolle nieder. Später gründete er mit seinem Bruder unter der Firma (Gebrüder ..—* u. Schmidte in Genua ein Handelshaus. Während der Belagerung Genuas 1800 half E. als Freiwilliger unter Massena diesen Platz verteidigen und übernahm 1801 zu Livorno für den damaligen König von Etrurien (Erbprinzen von Parma) eine Anleihe, welche Operation für ihn sehr günstig ausfiel. Im. J. 1810 wandte er sich nach der Schweiz zurück und lebte fortan in Genf und Beaulieu bei Rolle. Nach dem Sturze Napoleons wurde C. in den Gesetzgebenden Körper Genfs gewählt; zugleich bekleidete er die Stelle eines Oberstlieutenants. Als Sekretär der genfer Gesandten d Hwernois und Pictet-de-Rouchemont, welche die ufnahme Genfs in die Eidgenossenschaft betreiben sollten, begab er sich auf den Kongreß nach Wien. Nach dem Frieden ordnete er die Finanzen des Großherzogs Leopold in Toscana, und auf dem Kongreß zu Aachen befand er sich abermals unter dem diplomatischen Korps. Infolge seiner Bekanntschaft mit dem Grafen Kapodistrias ward E. zu Anfang der zwanziger Jahre in das Interesse der griech. Sache, gezogen, stellte sich darauf an die Spitze aller Griechenvereine in Europa und wußte die öffentliche Meinungfür die Sache der Griechen auf das nachhaltigste anzufeuern. In Genf ließ er großartige Bauten ausführen, unter andern das prachtvolle Museum für die Societe des Beaux-Arts. Er starb 5. Febr. 1863 auf seinem Schlosse zu Genf. E. zeichnete sich durch eine außermen Freigebigkeit aus. Er soll 60 Mill. Frs. hinterlassen haben.