Eugen (Franz) von Savoyen, im Volksliede „Prinz Eugen, der edle Ritterv, geb. 18. Okt. 1663 in Paris als der jüngste von den funf Söhnen des Prinzen E. Moritz von Savoyen-Carignan, Grafen von Soissons, und der Olympia Mancini, einer Nichte des Kardinals Mazarin, verlor 1673 seinen Vater und wurde von seiner Mutter vernachlässigt, die sich, als sie sich von dem jungen Ludwig XIV. na anfänglich glühender Neigung verlassen sah, in ein gefährliches Intriguenspiel gegen den König eingelassen hatte und aus Versailles verwiesen wurde. Mit 10 Jahren schon im Besitze des Titels und der Einkünfte eines Abbe, bewarb sich E. gleichwohl um eine Stelle in der Armee, jedoch verauanei Das brachte ihn dazu, seinen Dienst der rone Frankreich aufzusagen. Er ging nach Ssterreich, wohin ihm sein älterer Bruder Ludwig Julius schon vorangegangen war, und traf 1683 in dem Augenblicke daselbst ein, als die Türken zur Belagerung Wiens heranzogen. Mit dem Range eines Obersten trat er unter das Kommando des Mark-Bunde 1½ von Baden. Bei Petronell, wo sein ruder fiel, legte er 7. Juli 1683 zum ersten mal Elae seiner Tapferkeit ab. Er kämpfte die chlacht mit, welche den Entsatz der Hauptstadt und die Niederlage der Türken herbeiführte. Zum Obersten des Dragonerregiments Kuefstein ernannt, welches noch jetzt seinen Namen führt, folgte er dem rkaiserl. Heere nach Ungarn, erfocht mit Karl von Lothringen den Sieg bei Gran als Generalfeldwachtmeister, nahm hervorragenden Anteil an der Einnahme von Ofen (1686) und entschied (1687) die Schlacht am Berge Harsan bei Mohacs. Schon bei „einem Sturm auf Ofen leicht verletzt, wurde er bei der Einnahme von Belgrad (1688) schwer, bei der Belagerung von Mainz wieder leichter verwundet. Durch sechs Jahre kämpfte nun E. als Korpsführer „im nordwestl. Italien gegen die Franzosen. Schon 1693 zum Feldmarschall ernannt, erhielt er 1696 den selbständigen Oberbefehl über das kaiserl. Heer, erfocht 11. Sept. 1697 den großen Türkensieg bei Zenta, welcher die Bewunderung Europas erregte, und beendigte den Feldzug durch einen Streifzug nach Bosnien, wo er überall die Huldigung der christl. Bevölkerung empfing. Der Karlowitzer Friede (1699) sicherte dem Kaiser den Besitz von [Ungarn und Siebenbürgen. Im Spanischen Erbfolgekriege machte E. (1701) den überraschend kühnen Zug über die Alpen, siegte bei Carpi und Chiari über die Franzosen, gewann eine Reihe von Festungen und hielt (1702) den an ahl weit überlegenen Streitkräften Vendömes vor uzzara mit seinen geschwächten und durch die Schlaffheit der Kriegsleitung in Wien verwahrlosten Truppen Stand. Im J. 1703 ließ er sich das Präsidium des Hofkriegsrats übertragen, wandte sich mit Energie nach Ungarn gegen die Insurrektion des jüngern Rakoczy, übernahm dann aber bei dem Vordringen der bavaro-franz. Armee in Oberschwaben den Oberbefehl über das kaiserl. Heer in Deutschland und brachte, mit Marlborough vereint, den Franzosen und 7 13. Aug. 1704 bei Höchstädt eine vernichtende Niederlage bei, die alles Land bis zum Rhein von den Franzosen säuberte. Hierauf eilte er nach kurzem Aufenthalt in Wien 1705 wieder nach Italien, wo zwar die Schlacht bei Cassano, in der E. wieder einen Streifschuß am Halse erhielt, erfolglos blieb, der Sieg bei Turin aber 7. Sept. 1706 die gänzliche Vertreibung der Franzosen aus Italien nach sich zog. Zum Reichsfeldmarschall, zum kaiserl. Generallieutenant und zum Statthalter von Mailand ernannt, führte C. 1707, der damals den durch Pole d. Gr. ihm gewordenen Vorschlag, König von Polen zu werden, ausschlug, das Heer der Verbündeten zum zweiten mal nach Südfrankreich, vermochte jedoch Toulon nicht zu nehmen. Um so glücklicher kämpfte er während der folgenden Jahre in den Niederlanden, wo er und Marlborough bei Oudenaarde und Malbnsen siegten und eine Reihe der wichtigsten und chöpfung, Lille, eroberten, bei deren Belagerung C. wieder seine verwegene Tapferkeit mit einem Streifschuß am Kopfe bezahlte. Erst der Abfall Englands von der Allianz, welcher auch durch E.s Reise nach London im Jan. 1712 nicht abgewendet werden konnte, und die dadurch herbeigeführte Schwächung seiner Streitkräfte brachte hierin eine Anderung hervor. Er vermochte es nicht zu hindern, daß die Holländer bei Denain geschlagen wurden und 1210 rere Festungen wieder verloren gingen. Der Abschluß des Utrechter Friedens zwischen den Seemächten und Frankreich zwang den Kaiser Karl VI., auch seinerseits mit Frankreich Frieden zu schließen. ach längerer Verhandlung mit dem Marschall Villars, wobei E.s staatsmännische Talente im glänzendsten Lichte sich zeigten, brachte er 1714 zu Rastatt den Frieden zu Stande, in welchem Karl VI. die span. Niederlande, das Mailändische, Neapel, Sardinien, Plätze und Häfen in Toscana erhielt und Ludwig XIV. alle seine Eroberungen in Deutschland, mit Ausnahme von Elsaß, herausgab. Als 1716 der Krieg Chen die Pforte wieder ausbrach, erfocht E. den Sieg bei Peterwardein und eroberte Temesvar. S Jahre aber gewann er die blutige Schlacht bei Belgrad und eroberte diese Festung. Das kampfesfrohe Volkslied »Prinz Eugen, der edle Rittero verherrlicht diesen Sieg. Nach dem Abschlusse des Passarowitzer Friedens kehrte E. nach Wien zurück und bekleidete nun die vornehmste Stelle unter den Ratgebern des Kaisers. Gleichzeitig wirkte er durch seine herrlichen Bauten seine Verbi seine auserlesenen Sammlungen, seine Verbindung mit gelehrten Männern aller Länder (darunter ˙%% der ihm die Monadenlehre gewidmet, J. B. Rousseau u. v. a.) in n den letzten Jahren war er insbesondere für die nerkennung der Pragmatischen Sanktion diplomatisch thätig. Noch einmal erschien er 1734 im Felde, als sich wegen der Thronfolge in Polen ein neuer Krieg zwischen dem Kaiser und Frankreich entspann. So unzulänglich waren aber die Streitkräfte E.s, daß es schon als ein großer Gewinn angesehen werden mußte, wenn die Franzosen außer der Eroberung Philippsburgs keine enischeidendern Erfolge zu erringen vermochten. Seit der Rückkehr im Spätherbst 1735 nach Wien trug er durch seinen dringenden Rat 12— Frieden nicht wenig zu dessen Abschlusse bei. Während des darauffolgenden Winters vielfach kränkelnd, wurde der Prinz am Morgen des 21. April 1736 tot in seinem Bette gefunden. Mit ihm verlor Ssterreich den hervorragendsten eldherrn, den ausgezeichnetsten Staatsmann, welen es je gehabt, und der für sein zweites Vaterland Größeres als irgend ein Mann vor oder nach ihm gethan hat. Die Reinheit seines Charakters trübte kein Flecken. Im 1865 wurde ihm ein vom Bildhauer Fernkorn gefertigtes Reiterstandbild Da. äußern Burgplatze in Wien errichtet. gl. Kausler, Das Leben des Prinzen E. von Savoyen, hauptsächlich aus dem militärischen Ge-Tdren Bde., Freiburg 1838—39); A. von rneth, Prinz E. von Savoyeno (3 Bde., Wien 1858 — 59); danach von Sybel, Prinz E. von Savoyeno (Münch. 1861); a des Prinzen C. von Savoyen. Nach den Feldakten herausgegeben von der Abteilung fuür Kriegsgeschichte des k. k. Kriegsarchivso (Bd. 1—-8, Wien 1876—82); Rogge, „Prinz E. von Savoyeno (im 5. Bande des Neuen Plutarcho, Lpz. 1877). — r. Heinrich), Prinz von Württemberg-Stuttgart, geb. 21. Nov. 1758, war bereits 1778 Oberstlieutenant im preuß. Regiment von Zitzwitz, in welchem er 1781 zum Oberst aufstieg, erhielt 18. März 1782 das Podjurskysche Husarenregiment und wurde 1. Juli 1786 Generalmajor. Im folgenden Jahre vermählte er sich mit der Witwe des Prinzessin von Stolberg, wurde dann Generallieutenant und General der Kavallerie. Im J. 1806 17. Okt. bei Halle von Bernadotte geschlagen. Nach dem Frieden von Tilsit schied er aus dem preuß. Dienste und zog sich nach Meiningen zurück, wo er 20. Juni 1822 starb.