Falk (Max), hervorragender ungar. Politiker und Publizist, geb. 7. Okt. 1828 zu Pest, studierte daselbst und seit 1847 am Polytechnikum in Wien, wo er 1848 auch in die akademische Legion eintrat. Schon frühzeitig auf Selbsterwerb angewiesen, versuchte sich F. bereits in seinem 16. Lebensjahre als belletristischer Schriftsteller, namentlich als Übersetzer ungar. Dichter (darunter A. Petöfi) ins Deutsche. In Wien war F. am radikalen «Studentenkurierv und am Freimütigeno beschäftigt; später wurde er Mitarbeiter bei der «Osterr. Zeitungo, nach deren Unterdrückung Hauptmitarbeiter des Wandererd, wo er für die Interessen Ungarns, namentlich für die Wiederherstellung der ungar. Verfassung mit Entschiedenheit eintrat. Gleichzeitig schrieb F. auch für ungar. Blätter, wie für den «Pesti Naplor (KPester Tageblatto). Seine Artikel übten Seur Wirkung und hielten das konstitutionelle ewußtsein im Volke lebendig. Seit 1851 war F. Beamter der wiener Sparkasse. Zugleich besorgte er die Ausgabe von Galettis «Allgemeiner Weltkunde und gab die 12. deutsche Auflage dieses Werks (1858) im Verein mit Brachelli heraus. F. hatte darin den astron., physik. und histor. Teil bearbeitet. Wegen einiger ungarnfreundlicher Artikel im «Wanderer» wurde er zu einer dreimonatlichen Kerkerstrafe verurteilt; seitdem aber 1865 die Ausgleichsverhandlungen mit Ungarn wieder in Fluß geraten waren, gewann auch F. an Beachtung in den maßgebenden Kreisen. Im J. 1866 und 1867 hielt er der Kaiserin Elisabeth täglich Vorträge über ungar. Geschichte und Litteratur. An litterarischen Arbeiten publizierte er (in der „Osterr. Revuey) die Studien: Die Krönung des Königs von Ungarny, KDie fürstl. Familie Esterhäzy, «Der ungar. Historiker Ladislaus Szalayv und „Graf Stephan Szechenyi und seine Zeito, letztere auch ungarisch (Pest 1868) erschienen. Zu Ende 1867 wurde F. zum Chefredakteur des «Pester Lloydo berufen; sein Verdienst ist es, dieses Blatt zu einem der bedeutendsten Journale in Europa gemacht zu haben. Im J. 1869 wurde F. in den ungar. Reichstag gewählt und gehört seitdem ununterbrochen dieher legislatorischen Körperschaft an. Als Politiker schloß F. sich von Anbeginn der gemäßigt liberalen Richtung eines Deak, CEötvös, Andrässy u. s. w. an; auch wirkte er mit zur Herbeiführung des staatsrechtlichen Ausgleichs von 1867. In der ungar. Reichstagsdelegation zur Beratung der emeinsamen Angelegenheiten der österr.⸗ ungar. onarchie fungierte F. stets als Referent für die auswärtigen Angelegenheiten. F. wurde 1863 zum Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften gewählt.