Farel (Wilh.), einer der einflußreichsten Reformatoren der franz. Schweiz, geb. 1489 zu Gap im Dauphiné, durch den gelehrten Faber Stapulensis und durch den milden Bischof Briconnet von Meaur für evang. Anschauungen gewonnen, mußte 7 verlassen und wandte sich zunächst nach asel. Hier hielt er 15. Febr. 1524 eine siegreiche Disputation über 13 reformatorische Thesen. Dennoch wurde er vom Rat aufgefordert, die Stadt zu verlassen. F. ging nach Straßburg, darauf nach Mömpelgard, wo er mit Erfolg predigte; 1525 kehrte er nach Straßburg und Basel zurück, 1526 ward er Prediger in der den Bernern unterworfenen franz. Herrschaft Aigle und unternahm von hier aus nach der Berner Disputation (Jan. 1528) erfolgreiche Evangelisationsreisen durch die franz. Schweiz; 1530 erreichte er in Neuenburg nach manchen stürmischen Auftritten die zie Waldeme der Reformation; 1532 besuchte er die Waldenser in ihren Alpenthälern. Auf der Rückkehr kam er nach Genf und wirkte durch seine unerschrockene Predigt und durch Teilnahme an dem Religionsgespräch vom 29. Jan. 1534 dazu mit, daß durch Edikt vom 27. Aug. 1535 in Genf die Reformation eingeführt wurde. F. traf jetzt auch die wichtigsten Anordnungen für den neuen Gottesdienst. Im Aug. 1536 veranlaßte er den durchreisenden Calvin, in Genf zu bleiben, und seitdem trat er hinter dieser mächtigern Persönlichkeit bescheiden zurück. Mit Calvin beteiligte sich F. Okt. 1536 an der Disputation zu Lausanne, wodurch die Waadtländer für die Resormation gewonnen wurden. Mit Calvin wurde nach F. 1538 aus Genf verwiesen. Er wandte sich na 9 Keuenburg, kehrte aber 1541 nach Genf zurück. Im J. 1542 begab sich F. nach Metz, um die Einführung der Reformation zu fördern, auch seine Vater-Wol Gap besuchte er, behielt aber sonst seinen ohnsitz in Neuenburg, wo er 13. Sept. 1565 starb. Seine Schriften sind meist Gelegenheitsschriften ohne theol. Bedeutung. Vgl. Kirchhofer, Das Commt. atan F.s (2 Bde., Zür. 1831 —33); Schmidt, Etudes sur F.v (Straßb. 1834); derselbe, ⸗Wilhelm F. und Peter Vireto (Elberf. 1860); Goguel, Histoire de Guillaume F.» (Mmpelgard und Neuenburg 1873).