FeedFastenrath (Johann)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Fastenrath (Johann), deutsch-span. Dichter und Schriftsteller, geb. 3. Mai 1839 zu Herg Mü widmete sich 1856—60 in Bonn, Heidelberg, München, Paris und Berlin juristischen und daneben litterarhistor. Studien, gab aber nach anderthalbjähriger Thätigkeit als Auskultator am Landgericht zu Köln die jurist. Laufbahn auf. Er bereiste 1862 Italien und 1864 Spanien, bearbeitete in letzterm Jahre im Wettstreit mit König Ludwig I. von Bayern das Lustspiel Rezept gegen Schwiegermütterv des span. Dichters Don Manuel Juan Diana für die deutsche Bühne, dichtete dann Romanzen in deutscher Sprache, aber im Geiste der span. Poesie, und besang die schönsten Traditionen und Legenden der Pyrenäischen Halbinsel. Er that dies in den Werken: «Ein span. Romanzenstraußo (Lpz. 1866), Klänge aus Andalusieno (Lpz. 1866), (Die Wunder Sevillasv Epz. 1867), «Hesperische Blüten» (Lpz. 1869) und „Immortellen aus Toledo (Lpz. 1869). Im J. 1869 begab er sich abermals vier Monate nach Spanien, wo er die ersten Schriftsteller des Landes kennen lernte. Die Frucht dieser Reise war das Werk: Das Buch meiner span. Freunder (2 Bde., Lpz. 1870), das außer vielen Originalpoesien Übertragungen der besten Gedichte der berühmtesten zeitgenössischen Poeten Spaniens enthält. Im J. 1870 veröffentlichte er Den deutschen Helden von 1870. Kriegs⸗ und Siegesliederv (1.—6. Aufl., Lpz.) und 1872 führte er sich mit dem Buche: «Pasionarias de un aleman-espanolo, das, in Madrid veröffentlicht, den Spaniern in ihrer Sprache das Oberammergauer Passionsspiel schildert, in die span. Litteratur ein. Hartzenbusch schrieb zu diesem Werke ein empfehlendes Vorwort. In La Walhalla y las glorias de Alemanias (Bd. 1—6, 1872 fg.) lcht⸗ er den Spaniern Deutschlands große Persönlichkeiten von Armin bis zur neuesten Zeit in Essays vor. Im J. 1879 reiste F. zum dritten mal nach Spanien, nachdem er Mitglied sämtlicher span. Akademien und Ehrenbürger Sevillas geworden war, und 1881 wohnte er als Vertreter des deutschen Schriftstellerverbandes den madrider Calderon— Festlichkeiten bei, die er 1882 in dem Buche: Cal-⸗ deron in Spanieno beschrieb, welches den zweiten Teil seiner Festschrift Calderon de la Barcas (Lpz. 1881) bildet. Außerdem übersetzte er Bruder Martins Visiono von Nußez de Arce unter dem Titel 14815„ im Spiegel span. Poesiey (2. Aufl., Lpz. 1881), die Pepita Jimenezy von Iuan Valera, die beiden Dramen «Im Schoße des Todeso und Die Frau des Rächerso von José Echegaray und gab einen Band Gedichte: »Von Hochzeit zu Hochzeit, Lieder aus sonnigen Tageno (Wien 1883), heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 600Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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