Faucher (Leon), franz. Publizist und Nationalökonom, geb. zu Limoges 8. Sept. 1803, jüd. Herkunft, erhielt auf dem College zu Toulon seine erste Bildung und ging später nach Paris, wo er anfangs philol. und archäol. Studien trieb und ——.— 0 zu den Jahrbüchern des Instituts der archäol. Korrespondenz in Rom (1829 und 1830) schrieb. Später wandte er sich der Journalistik und Nationalökonomie zu, war in der Zeit von 1830 bis 1842 Oberredacteur der Temps, des 4Courrier françaiso und des Constitutionnelo und gab mehrere bedeutende staatswirtschaftliche Schriften heraus. In Reims wurde er 1846 in die Kammer gewählt, wo er mit der dynastischen Opposition stimmte. Ein gewandter, aber keineswegs glänzender Redner, trat er als einer der Hauptagitatoren — den Freihandel hervor und veröffentlichte in er Revue des deux Mondes o und im 4Siècley eine — nationalökonomischer Aufsätze, die zum Teil viel Aufmerksamkeit erregten. Nach der Revolution von 1848 vom Depart. Marne in die Constituante wie in die Legislative gewählt, stimmte er mit der Majorität und wurde nach der Wahl Ludwig Napoleons zum Präsidenten (10. Dez.) Minister des öffentlichen Bauwesens, 29. Dez. Minister des Innern, legte 14. Mai 1849 sein Vortefeuille nieder, das er jedoch 10. April 1851 wieder annahm. Am 26. Okt. 1851, kurz vor dem Staatsstreiche, zog er sich vom polit. Schauplatz zurück. Er starb 14. Dez. 1854 zu Marseille. Seine ausgezeichneten ökonomischen Arbeiten sind meistenteils in der cRevue des deux Mondesv veröffentlicht worden und erschienen später auch zum Teil gesammelt als „Mélanges d'économie politique et de finance (2 Bde., Par. 1856). Außerdem veröffentlichte er verschiedene Schriften selbständig, darunter Recherches sur 'or et sur 'argent (Par. 1843) und Etudes sur PAngleterrev (2 Bde., Par. 1845; 2. Aufl. 1856).