Fould (Achille), franz. Finanz-und Staatsmann, eb. 17. Nov. 1800 als der Sohn eines jüd. Baniers, widmete sich neben dem Bankgeschäfte auch den schönen Künsten und machte Reisen nach Italien und dem Orient. Später leitete er, als der Associé seines Bruders Benoit F., mit diesem das unter der Recch 4F., Oppenheim u. Comp.v bekannte Bankgeschäft. Unter der Regierung Ludwig Philipps, der sich seines Rats oft in finanziellen Angelegenheiten bediente, wurde F. zum Mitglied des Generalkollegiums für den Handel ernannt. Im Depart. Niederalpen 1842 in die Kammer gewählt, eigte er sich hier als eifriger Anhänger des Mini-Periums Guizot. Nach der Revolution von 1818 ließ er sich im September in Paris in die Konstituierende Nationalversammlung wählen, wo er sich konservativen Vereine der Rue de Poitiers beigesellte. Bei den Generalwahlen im Mai 1849 unterlag er, weil er der Provisorischen hregierung gewisse Finanzprojekte angeraten hatte, die der öffentlichen Meinung mißfällig waren. Erst im Juli, bei den Nachwahlen in Paris, gelang es ihm, einen Sitz in der Legislative zu erhalten. Mit der Bildung des bonapartistischen Kabinetts vom 31. Okt. 1849 übernahm F. das Portefeuille der Finanzen, das er auch bei der Veränderung im Jan. 1851 so- wie in dem definitiven Ministerium vom 11. April behielt. Infolge der Abdankung sämtlicher Minister 14. Okt. 1851 zog auch er sich zurück, übernahm jedoch einige Tage nach dem Staatsstreiche vom 2. Dez. abermals die Finanzverwaltung, welche er indessen, als im Jan. 1852 die Konfiskation der Orléansschen Güter verhängt wurde, wieder niederlegte. Dennoch erfolgte an demselben Tage seine Ernennung zum Senator, und alsbald kehrte er auch als Staats⸗ und Hausminister wieder zu den Geschäften zurück. In dieser sowie in seinen frühern Stellungen trug er wesentlich zur Befestigung der kaiserl. Regierung bei, indem er die finanziellen und ökonomischen Verhältnisse im Sinne der Napoleonischen Politik gestalten und ausbilden half. F. wurde 1857 in die Akademie der schönen Künste ewählt, und 1858 berief ihn der Kaiser in den Gebemen Rat. Bei den Veränderungen im Nov. 1860 legte F. seine Portefeuilles nieder. Im September des folgenden Jahres richtete er an Napoleon III. eine Denkschrift, in welcher er die Finanzlage Frankreichs als gefährdet schilderte und namentlich dem Kaiser den Rat gab, derselbe möge auf sein Recht, außerordentliche Kredite ohne Mitwirkung des Gesetzgebenden Körpers zu bewilligen, verzichten. Der Kaiser ging auf diese Vorstellungen ein, und F. wurde 14. Nov. 1861 aufs neue Finanzminister. In dieser Stellung verblieb er bis 19. Jan. 1867. F. starb 5. Okt. 1867 zu Tarbes. Sein Bruder Beénoit F., der das Bankiergeschäft fortsetzte, war 1834—48 Mitglied der Kammer, in der er sich als eschnete ui Anhänger der Julidynastie erwies. Er zeichnete sich ebenfalls als Finanzmann aus und starb 30. Juli 1858.