FeedFäustel
BaukunstBrockhaus 1882

Fäustel, auch Schlägel, ein Gezäh des Bergmanns, ist seinem Charakter nach ein Hammer, bestimmt, mit einer Hand geführt zu werden, daher Handfäustel. Das F. besteht aus dem Fäusteleisen, welches zwei verstählte Bahnen hat und welches nach einem Bogen gekrümmt ist, dessen Mittelpunkt in dem Ellbogen des Arbeiters liegt, und aus dem hölzernen Stiel, Helm genannt. Das Fäustel⸗ — wird vorzugsweise aus Eschen- oder Buchenolz angefertigt und hat eine Länge von 25 bis 30 em; das Fäusteleisen hat quadratischen Querschnitt von 4 bis 5 em Seitenlänge und eine Länge von 12 bis 16 em, während das Gewicht dieses Handfäustels 2—3 kg beträgt. In Benutzung tritt dasselbe bei der Schlägel- und Eisenarbeit, sowie bei der Handbohrarbeit auf. Als Gäng⸗ oder Ausschlagfäustel in einem Gewicht von 8 bis 10 kg mit 90 em langem Helm wird dasselbe zum Zerschlagen der groben Berg⸗, Gang⸗ oder Erzwände benutzt. (Vgl. Bergbau, Bd. II, S. 803

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 610Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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