FeedFeistmantel (Rud., Ritter von)
HeilkundeBrockhaus 1882

Feistmantel (Rud., Ritter von), verdienter Forstmann, geb. zu Ottakring bei Wien 22. Juli 1805, besuchte das Gymnasium und die Universität zu Wien, 1825—27 die Forstakademie Mariabrunn. Nach verschiedener praktischer Beschäftigung im kaiserl. Forstdienst wurde er 1838 Bergrat und Professor der Forstwissenschaft an der Berg⸗ und Forstakademie zu Schemnitz in Ungarn, mußte jedoch 1847 aus Gesundheitsrücksichten den Lehrberuf aufgeben und wurde der Hofkammer für Münz⸗ und Bergwesen zugeteilt. Im J. 1848 zum Sektionsrat und 1851 zum Ministerialrat im österr. Finanzministerium ernannt, wurde er als solcher technischer Chef des gesamten Forstwesens in Gsterreich. Er trat 1869 in den Ruhestand und starb 7. Febr. 1871 in Wien, nachdem er 1865 in den Ritterstand erhoben worden war. Seine Stellung war eine außerordentlich schwierige, da mit dem häufigen Wechsel der österr. Ministerien an maßgebenden Stellen auch die leitenden Grundsätze bezüglich der Verwaltung fortwährend wechselten. F. hat das österr. Forstgesetz vom 3. Dez. 1852 verfaßt. Von seinen litterarischen Arbeiten verdienen hauptsächlich genannt zu werden: HDie Forstwissenschaft nach ihrem ganzen Umfange und mit besonderer Rücksicht auf die österr. Staaten, systematisch dargestellt » (4 Abteil., Wien 1835— 37), sein Hauptwerk, dessen naturwissenschaftlicher Teil indessen ohne Bedeutung ist; (Allgemeine Waldbestandstafeln oder übersichtliche Darstellung der vorzüglichsten Wachstums- und Holzertragsverhältnisse der Forster (Wien 1854; 2. Nufl. 1876); auch schrieb er KDie polit. Skonomie mit Rücksicht auf das forstliche Bedürfniso (Wien 1856) und viele Arbeiten in Fachzeitungen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 643Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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