FeedFeldstecher
TechnikBrockhaus 1882

Feldstecher (auch Krimstecher) nennt man achromatische holländ. Taschenfernrohre, welche mit mehrern auf einer kleinen Drehscheibe befindlichen, verschieden starken Hohllinsen so versehen sind, daß sich dieselben revolverartig nacheinander vor die Okularöffnung bringen lassen. Mit jedem derartigen Wechsel der Okulare ist auch ein Umtausch in der Vergrößerung mittels des F. verbunden. Bis zum J. 1829 galten die besonders von den höhern Militärs gesuchten englischen F. als die besten. Um diese Zeit wurden sie durch die F. von Plößl aus Wien verdrängt, indem seine F. die englischen an Helligkeit und Schärfe weit übertrafen. Das Objektiv des Plößlschen F. hatte 2½ em Offnung, ein fixes und zwei drehbare Okulare, wodurch sich successive eine Vergrößerung von 4, 8 oder 12 herstellen ließ. Der F. liegt gewöhnlich in einem Ringe, welcher sich mittels einer nach allen Seiten beweglichen Holzschraube an einem Baume derart befestigen läßt, daß man das Instrument in jeder beliebigen Richtung fixieren kann. Der F. von Ploßl gestattete bei der dritten Lage seines Augenglases einige Doppelsterne getrennt wahrzunehmen; der upiter samt seinen Monden erschien durch diesen F. lichtkräftig und sehr deutlich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 660Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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