FeedFeodor III.
GeschichteBrockhaus 1882

Feodor III., der älteste Sohn des Zaren Alexei, geb. im Mai 1661, herrschte vom 29. Jan. 1676 bis zum 27. April 1682 und bekriegte mit abwechselndem Glück die Polen und Türken. Besonders bemerkenswert ist, daß er die Ansprüche des Adels auf den erblichen Besitz der höhern Würden und die bisherigen Bestimmungen über die gegenseitige Unterordnung der Adeligen bei Besetzung von Amtern, die zu vielen Zwistigkeiten Veranlassung gaben, aufob, indem er die Geschlechtsregister des Adels, die sog. Rasrjädbücher, öffentlich verbrennen ließ. Unter ihm wurde auch 1680 die erste russ. Gelehrtenschule im Kloster Saikonospask zu Moskau gegründet. Er starb, 21jährig, kinderlos. Hierauf riefen der Patriarch Jojakim und die Bojaren, den auf ihn folgenden geistesschwachen Bruder Iwan V. übergehend, seinen zehnjährigen Halbbruder Peter zum Zaren aus. Mit Hilfe der aufständischen Strelitzen aber setzte die herrschsüchtige Großfürstin Sophie Alexejewna, die dritte Schwester c III., es durch, daß beide Prinzen zugleich herrschen sollten und während der Minderjährigkeit derselben die Regierung ihr übertragen wurde. Sie wurden beide im Juni gekrönt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 678Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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