Ferdinand II. (August Franz Anton), König von Portugal, ältester Sohn des Herzogs Ferdinand Georg August von Sachsen-Coburg-Gotha-Kohary, geb. in Wien 29. Okt. 1816, vermählte sich 1. Jan. 1836 durch Prokuration und 9. April in Povtn. mit der Königin Maria II. da Gloria von Portugal, erhielt als Gemahl der Königin den Titel Her-G zog von Braganza, Königliche Hoheito, und nach der Geburt seines ersten Sohnes, des Infanten Dom Pedro von Alcantara, geb. 16. Sept. 1837, der Verfassung gemäß den Königstitel. Nach dem Tode seiner Gemahlin 15. Nov. 1853 führte er die Regentschaft für den noch unmündigen Kronprinzen bis um 16. Sept. 1855. Seine deutsche Abkunft verschasste ihm in Portugal mehr Ungunst als Gunst, aber durch sein kluges und konstitutionelles Verhalten erwarb er sich allmählich große Popularität. Den ihm 1869 angetragenen Thron von Spanien lehnte er ab. Er vermählte sich 10. Juni 1869 zum zweiten mal, und zwar mit Elise Hensler, die zur Gräfin von Edla erhoben wurde. Die Kinder seiner ersten Ehe sind: König Pedro V., gest. 11. Nov. 1861; König Ludwig, geb. 31. Okt. 1838, vermählt 27. Sept. 1862 mit der Prinzessin Pia von Savoyen; Prinzessin Maria Anna, geb. 21. Juli 1843, vermählt 11. Mai 1859 mit dem Prinzen Georg von Sachsen; Prinzessin Antonia, geb. 17. Febr. 1845, vermählt 12. Sept. 1861 mit dem Erbprinzen Leopold von .erdiuan Prinz August, geb. 4. Nov. 1847. erdinand I., Großherzog von Toscana, der dritte Herzog aus dem Mediceischen Hause, geb. 1549, nahm vor seiner Thronbesteigung am Hofe Gregors XIII. und Sixtus' V. als Kardinal, wozu er von Pius IV. mit 14 Jahren ernannt war, eine einflußreiche Stellung ein. Seine Villa auf dem Monte Aaumit⸗ schmückte er mit Meisterwerken der antiken Kunst, wie die Mediceische Venus, die 1583 405 feines Niobiden und die Ringergruppe. Der od seines Bruders —— (19. Okt. 1587) brachte ihm die Herrschaft Toscanas, das er in enger Verbindung mit Rom, zwischen den franz. und span. Mächten glücklich die Mitte haltend, mit weiser Fürsorge für das wirtschaftliche Gedeihen regierte. Am 25. April 1589 heiratete er, nachdem er mit päpstlicher Erlaubnis den Kardinalspurpur abgelegt hatte, die Herzogin Christine von Lothringen. Anfangs lebte F. in scharfer Spannung mit den Spaniern, die ihm in dem Freibeuter Alfonso Piccolomini einen gefährlichen Gegner erweckten. Am 2. Jan. 1591 fiel dieser aber den Toscanesen in die Hände und endete 16. März am Galgen. Die Verlegenheiten der franz. Regierung, die F. mit Geld unterstützte, benutzte er glücklich zu dem Pfanderwerb der Markgrafschaft Saluzzo, es gelang ihm sogar, durch die Besetzung des von den Spaniern bedrohten Kastells von Ff. gegenüber Marseille, sich Frankreich militärisch zu verpflichten. Der Niedergang der franz. Liga und das Emporkommen Heinrichs IV. war wie in des Papstes so auch in F.s Interesse. F. hat uuth. als andere dazu beigetragen, daß Heinrich zur kath. Kirche übertrat. Um so erbitterter war auf ihn Philipp II. von Spanien, der mit den Resten der Ligue eng verbündet war. Der Friede von Verviers setzte den Feindseligkeiten ein Ziel, If ward gegen Auszahlung der geliehenen Summen an Frankreich zurückgeeben, dessen König im J. 1600 die Nichte F.s, taria von Medici, heiratete. Die letzten Jahre von F.s Regierung verliefen in fortdauerndem Schwanken zwischen Spanien und Frankreich, das Saluzzo reoccupiert hatte und F. auch sonst oft verletzte. Der Erwerb von Pitigliand wog den Verlust etwas auf. Livorno dankt F. sein Emporkommen. Die toscan. Seemacht war nicht unbeträchtlich und konnte sich sogar mit der Flagge des Halbmonds an den Küsten von Algier und Cypern messen. F. starb 6. Febr. 1609.