Ferdinand II., Großherzog von Toscana, Enkel des vorigen, der fünfte aus dem Mediceischen Hause, geb. 14. Juli 1610, folgte seinem Vater Cosimo II. 28. Febr. 1621. Seine Regierung, die er anfangs unter der schwachen Leitung seiner Mutter und Großmutter führte, fiel zum großen Teil in die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, der auch für die ital. Staaten eine Zeit fortwährender Erschütterung war. Die Nachfolge in dem erledigten Herzogtum Urbino brachte F. zunächst 1623 in Konflikt mit dem Kirchenstaate, dem es gelang, das reiche Land außer dem Allodialgut als päpstl. Lehn Toscana vorzuenthalten. Der Mantuanische Krieg (1628 fg.), mit dessen Ausbruch F.s eigentlicher Regierungsantritt (14. Juli 1628) mam menfiel, drückte auch auf Toscana sehr sower Spanier und Franzosen erhoben wechselseitig ihre Ansprüche. Der Handel verfiel, die Einlagerung einer verwilderten Soldateska hatte eine Pest 1630 zur Folge, welche in 13 Monaten allein in und um Florenz 12000 Opfer forderte. Selbständiger konnte F. gegenüber Papst Urban VIII. auftreten, als dieser dem Schwager F.s, dem Herzog von Parma, 1641 den Besitz Castros streitig machte. Eine Liga von Toscana, Parma, Venedig und Modena brachte dem Kirchenstaate schwere Verwüstung, ohne doch zu entscheidenden Schlägen zu führen. Am 31. März 1644 wurde selte. geschlossen, der den frühern Besitzstand herstellte. Seit 1649 i friedlichere Jahre, welche den Wohlstand des Landes unter der sorglichen Regierung F.s rasch wiederherstellte. Es gelang, mit dem Kauferwerbe Pontremolis den Besitz abzurunden. Auch mit Rom wurde ein gutes Einvernehmen hergestellt, mit Spanien und Frankreich aufrecht erhalten. Von seiner Gemahlin Victoria della Rovere (seit 26. Sept. 1631) hatte der geistvolle, aber leichtlebige Fürst zwei Söhne, Cosimo (geb. 1642), der ihm nachfolgte, und Francesco Maria, den Innocenz XI. zum Kardinal machte. F. starb 24. Mai 1670.