Ferguson (Adam), engl. Geschichtsforscher und Moralphilosoph, geb. 20. Juni 1724 zu Logierait in der schott. Grafschaft Perth, studierte von 1739 an in St.⸗Andrews und dann in Edinburgh die naturwissenschaften, nachher auch Theologie. Im Kriege gegen Frankreich 1744 zum Feldprediger ernannt, kehrte er nach dem Frieden von Aachen nach Schottland zurück, wo ihn Lord Bute zum Erzieher seiner Söhne wählte und er 1759 an der Univertät Edinburgh Professor der Physik und 1764 Professor der Moralphilosophie wurde. Sein Essay on the history of civil societyo (Lond. 1767; 7. Aufl. 1814; deutsch von Jünger, Lpz. 1768) begründete seinen litterarischen Ruf. Demselben folgten die Institutes of moral philosophys (Lond. 1769; deutsch von Garve, Lpz. 1772), «Observations on civil and political libertys (Lond. 1776), (History of the progress and termination of the Roman republice (3 Bde., Lond. 1783; 5 Bde., Lond. 1805; deutsch von Beck, 3 Bde., Lpz. 1784 86), Principles of moral and political sciences (Edinb. 1792; deutsch von Schreiter, Zür. 1795). Als Führer des jungen Lord Chesterfield bereiste er 1773—74 das Festland und begleitete 1778 als Sekretär die zum Behuf von Unterhandlungen nach Amerika gesendeten fünf Kommissare. Seine Professur gab er 1784 auf. Zur Bereicherung seines Werks über die Römische Republik ging er später nach Italien und wählte dann St.⸗Andrews zum Aufenthalt, wo er 22. Febr. 1816 starb.