Fernandez (Lucas), span. Schauspieldichter, der um 1514 blühte, einer der ersten und glücklichsten Nachahmer des Encina (s. d.), dichtete dramatische Schäferspiele in castilianischem Stil: drei weltliche einfache Hirtengespräche und drei geistliche Hirten—⸗ spiele, von denen zwei Krippenstücke sind, während das dritte ein Passionsspiel ist. Wie Eneina mischt er das lörnige und naive Bauernidiom (das manche dialektische Eigentümlichkeit seiner Vaterstadt Salamanca an sich trägt) mit der zierlichen Kunstsprache der Liebeslyrik in den höfischen Liederbüchern. Bis 1836 war F. völlig verschollen: Bartolomé José Gallardo, der damalige Besitzer des einzigen erhaltenen Eremplars der Earsas y Eglogasv (Salamanca 1514), machte in seinem Kunst- und Litteraturblatt HI Criticonp auf den Dichter aufmerksam und teilte Auszüge aus seinen Werken mit. Eine Neuausgabe seiner Possen und Schäferspiele besorgte D. Manuel Laßete (Madr. 1867). „Fernandez de los Rios (Angel), span. Politiker und Schriftsteller, geb. 27. Juli 1821 in Madrid, wo er die Rechte studierte und hernach als Advokat thätig war. Von dult un an hat er eine umfassende Thätigkeit entwickelt, und als Verfechter liberaler Ideen in mehr als 30 Zeitungen und Zeitschriften einen oft mit Verbannung bestraften Feldt, zug zuerst gegen Ferdinand VII., dann gegen die ganze Dynastie der Bourbons geführt. Er ist mehr5mals Deputierter, mehrmals Senator und vier Jahre lang Gesandter in Lissabon gewesen (1868 „72). Seit 1876 lebte er als Verbannter zuerst in h.Portugal, und als er auch von hier verwiesen ward, „in Frankreich, wo er 1879 starb. Er verfaßte eine Sammlung von Erzählungen Tesoro de Cuentosv: ATodo o naday, eine antidynastische Streitschrift; EI futuro Madrido; eine Geschichte der Stadt Ma⸗ .drid in Führerform: «Guia de Madrido (1876); La Espana del porveriao, Mi mision en Portugalo (1877), La exposicion de 1878 (Par. 1879).