FeedFescennium so genannt
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Fescennium so genannt, bilden einen Teil der altital. Volkspoesie. Sie waren in ältester Zeit im saturnischen Metrum verfaßt und bestanden in Wechselgesängen, mit denen sich bei ländlichen esten und außerordentlichen festlichen Gelegenheiten, später ausschließlich bei Hochzeiten, die freude⸗ und weintrunkene Jugend vergnügte und neckte. Sehr oft artete jedoch die Ausgelassenheit dabei (die licentia Fescennina) in unzüchtige Witze und in mutwilligen verletzenden Spott aus. In der Kunstpoesie fanden die F. teils als Spottgedichte, teils bei Hochzeiten Anwendung. F. letzterer Art sind von Catull und Claudian erhalten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 714Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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