Festus (Sextus Pompejus), röm. Grammatiker aus unbestimmter Zeit, vielleicht der Mitte des 2. Jahrh. n. Chr., fertigte einen Auszug aus dem Werke des unter Augustus berühmten Grammatikers Verrius Flaccus (s. d.), das den Titel 4De verborum significatus führte. Dieser in 20 Büchern nach den einzelnen Buchstaben alphabetisch geordnete Auszug, der in sprachlicher wie antiquarischer Hinsicht gleich wichtig ist, wurde in der zweiten Hälfte des 8. Jahrh. durch Paulus Diaconus abermals verkürzt; doch hat sich die ursprüngliche Schrift des F. von der Mitte des Alphabets an, freilich in trümmerhafter Gestalt, ein kleinerer Teil wenigstens in Abschriften, erhalten. Das Manustript gehörte der Bibliothek des Kardinals Farnese an und wird gegenwärtig als KCodex Pesti Harnesianuso in Neapel aufbewahrt. Eine treffliche Ausgabe hat K. O. Müller (Lpz. 1839; neuer Abdruck mit einem Anhang, Lpz. 1880) geliefert, nach dessen Bearbeitung der Text der frühern Ausgabe (erste, Mai 1471), von Scaliger (Par. 1576 u. 1584), von Dacier (Par. 1681 u. 1699) und selbst von Lindemann im Corpus grammaticorum Latinorumo (Bd. 2, Lpz. 1832) nur geringen Wert hat. Einen der nur noch in Abschriften erhaltenen Teile hat Mommsen in den „Abhandlungen » der berliner Akademie von 1864 veröffentlicht. ö