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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Fetisch und Fetischismus. Fetisch ist jedes Ding, dem man Zauberkräfte zuschreibt, z. B. Steine, geschnitzte Figuren, gewisse Teile von flanzen, Tieren u. s. w. Die Verehrung eines Fetisch nennt man Fetischismus. Das Wort stammt von den Portugiesen, welche zuerst unter den Europäern mit den Völkern des westl. Afrika verkehrten und deren Religion mit dem portug. Worte feiticao (d. i. Zauberei) benannten. In dieser allgemeinen Bedeutung fällt Fetischismus mit dem Glauben an Zaubermittel überhaupt zusammen, unterscheidet sich aber von sonstigen Arten der Zauberei dadurch, daß das Zauberding nicht für ein bloßes Verbindungsmittel mit einer von ihm verschiedenen Geister⸗ oder Götterwelt angesehen, sondern selbst zum angebeteten Dämon oder g Götzen erhoben wird. Es 5 dieses die niedrigste Stufe der Abgötterei, wobei der rohe Mensch kein n Bedenken trägt, den Fetisch, wenn er ihm nicht will—⸗ rt, wegzuwerfen, zu schlagen oder zu zertrüm-n mern. Daher gehört der Glaube an die Zauber-ei wirkungen von Götterbildern, heiligen Wäldern d6 oder Flüssen u. dgl. nicht zum Fetischismus, sondern zum Naturdienst. Vgl. Schultze, «Der Feti⸗ p.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 742Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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