Fettähi oder Fattähi (Jahiâ Sibak), pers. ei Dichter und Prosaist, geb. zu Nischapur, gest. 1448. w Die Perser schätzen besonders sein Werk 4Scha- be bistän i Chajälo (Ruhegemach der Phantasie v, ne 4439), welches, unserm Woersehtes wenig zusagend, m Buchstaben der Wörter versetzt oder ausstößt und N. wischen den hierdurch neu entstandenen Wörtern erl Beziehungen sucht. Es gibt hierzu einen türk. Kommentar von Sorüüri; eins der acht Kapitel ist in Tert und übersetzung veröffentlicht von Herm. Ethé (Lpz. 1868). Wertvoller ist sein in einer mit Versen durchflochtenen Prosa verfaßter allegorischmystischer Roman Husn u dilv (4Schönheit und Herzo), worin Verstand und Seele als Vater und Mutter gegen den durch Liebe vermittelten Einfluß der Schönheit auf ihr Kind, das Herz, vergebliche Schritte thun. Dieses Werk ist von drei türk. Dichtern, Ahi (gest. 1517), Lami'i (gest. 1531) und Wäli (unter Sultan Muräd 1574—95) bearbeitet, auch von Wm. Price (Lond. 1828) ins Englische übersetzt worden. im Bezirk Inn des schweiz. Kantons Graubünden, liegt 1647 müber dem Meere, 1 km nördlich von Tarasp auf der linken Seite des Unterengadin, ist mit Schuls und Ardez an der großen Landstraße des Innthals durch einen Fahrweg verbunden und zählt (1880) 523 E. meist reform. Konfession und ladinischer Zunge. Die schöne Lage auf der sonnigen, aussichtsreichen Bergterrasse am Südfuße des Piz Minschun (3071 m), 400 müber dem Inn, und das verhältnismäßig milde Klima, welches demjenigen des Davos ähnlich ist und trotz der Höhenlage noch den Anbau von Roggen gestattet, haben dem Dorfe in neuester Zeit einen ziemlich lebhaften Kur⸗ und Touristenverkehr gebracht. F. ist mehrmals von Krieg und Pest, Feuersbrünsten und Lawinen schwer heimgesucht worden. In den J. 1726 und 1794 wurde es fast gänzlich eingeäschert und 1720 zerstörte eine gewaltige Lawine 15 Häuser und tötete 36 Menschen. Jetzt ist durch kostspielige Verbauungen die Lawinengefahr abgewendet, aber als neue Gefahr droht dem Dorfe eine stets weiter greifende Erdrutschung. Von einsickerndem Sumpfwasser durchtränkt, ist der Moränenschutt, auf dem F. steht, in Bewegung geraten, der Boden senkt sich und wirft klaffende Spalten, und wenn es den begonnenen Sicherungsarbeiten nicht gelingt, durch Entwässerung die Bewegung zum Stillstand zu bringen, so wird binnen wenigen Jahrzehnten das Dorf unbewohnbar und zur Ruine geworden sein. Fettbildung. Das im tierischen und menschlichen Körper bei reichlicher Nahrungszufuhr abgelagerte Fett wird nicht ausschließlich aus dem mit der Nahrung zugeführten und resorbierten Fett angesetzt, sondern es entsteht zum guten Teil erst innerhalb des Körpers aus andern chem. Verbindunzen. Das eingehende Studium der ZJusammenetzung der Nahrung des Pflanzenfressers, die Kenntuis von den merkwürdigen Umwandlungen orgaũischer Stoffe in andere außerhalb des Organisnus und das Nachdenken über die Bedeutung der inzelnen Nahrungsbestandteile führten Liebig zu er Überzeugung, daß die Kohlenhydrate (Stärke, dextrin, Zucker) der Nahrung innerhalb des Körders eine wichtige Quelle der F. liefern, und auf srund seines Ausspruchs galt Jahrzehnte hindurch ie Entstehung von Fett aus Kohlenhydraten für ine unumstößliche Thatsache. Als Beweis hierfür ysurde insbesondere die Erfahrung angeführt, daß ei den Fleischfressern, welche außer dem Fett keien stickstofffreien Nahrungsstoff genießen, die F. eist nur unbedeutend ist, dagegen bei gemischter ahrung mit einem überschuß an Kohlenhydraten heblich zunimmt, daß die Hauptmasse der Nahrung bei der Masse der Pflanzenfresser aus Kohlen⸗ s hydraten besteht, und daß endlich die Bienen bei längerer Fütterung mit wachsfreiem Honig oder Zucker noch Wachs, einen fettartigen Körper, produzieren, ohne sich in ihrem Gefundheitszustande oder Gewichte zu ändern. Neuere Versuche von Voit und Pettenkofer haben es dagegen höchst wahrscheinlich gemacht, daß die hauptsächlichste Quelle der F. außer dem Nahrungsfett die eiweißartigen Nahrungsstoffe sind, und daß dem unleugbaren Einfluß der Kohlenhydrate auf die F. eine wesentlich verschiedene Deutung gegeben werden muß; die letztern stellen hiernach nicht das eigentliche Material dar, aus welchem direkt das im Körper abgelagerte Fett hervorgeht, aber sie müssen, wenigstens dem Pflanzenfresser, nach wie vor gegeben werden, um Fett Woit baber Pettenkofer und Voit haben nachgewiesen, daß sowohl im fleischfressenden wie im pflanzenfressenden Tier bei der Zersetzung der eiweißhaltigen Stoffe eine stetige Abtrennung und Abspaltung von Fett erfolgt, das nun entweder im weitern Verlaufe des Stoffwechsels vollständig weiter verbrannt wird oder dann, wenn andere leicht oxydable Substanzen, namentlich die Kohlenhydrate, dasselbe vor weiterer Orydation schützen, als wertvoller Rest im Körper zurückbleibt und als wertvoller Vorrat spannkraftreicher Substanz im Körper abgelagert wird, über welchen der letztere in Zeiten der Not weiter verfügen kann. Die Kohlenhydrate sind also im allgemeinen nur insofern von wichtigem Einfluß auf die Entstehung und Ablagerung des Körperfetts, als sie das bei der Zersetzung der Eiweißstoffe abgespaltene Fett vor weiterer Verbrennung zu schützen und so innerhalb der Gewebe zum Ansatz zu bringen vermögen; in der That reicht in allen bekannten Fällen, selbst bei der enormen Fettbildung milchender Kühe, das Fett und Eiweiß der Nahrung aus, um das Fett zu liefern; die Wachsbildung der Bienen bei ausschließlichem Zuckergenuß läßt sich ebenfalls durch vorrätiges Eiweiß erklären, und die Mästung mit Kohlenhydraten gelingt nur bei Hleichdeieigie Eiweißfuütterung. Ob in besondern Fällen, wie Liebig annahm, auch bei der Spaltung der Kohlenhydrate die Materialien für das Fett gebildet werden, welche zu Fett zusammentreten, wenn sie nicht alsbald weiter verbrannt werden, müssen erst noch weitere Versuche entscheiden. — über die F. bei den Haustieren s. unter Mästung. dreisäurigen Alkohols Glycerin (s. d.), werden daher auch Glyceride genannt. Die reinen F. sind farblos ohne Geruch und Geschmack und ohne Reaktion auf Pflanzenfarben; sie fühlen sich schlüpfrig an und schwimmen alle auf Wasser. Gewebe, Papier, Holz u. s. w. machen sie dauernd durchscheinend (Fektflecke). Ihre Konsistenz ist sehr verschieden. Einige, wie das Leinöl, sind noch 20 C. unter dem Cispunkte flüssig, andere Ole bleiben nur bei gew öhnlicher Temperatur flüssig, die Schmalzarten sind bei gewöhnlicher Temperatur weich, schmelzen bei etwa 30; haben die F. eine größere Konsistenz, so nennt man sie Butter; die bei unt legtere Temperatur festen werden Talg genannt, letztere schmelzen meistens zwischen 40 und 50e; F. von höherm Schmelzpunkt kommen äußerst selten vor. Die natürlich vorkommenden F. sind stets Gemenge ver schiedener Fettarten von verschiedener Konsistenz, und der Gehalt einer ursprünglich flüssigen Fettart an Festem bedingt den Grad der dO des Gemenges. Flüssig ist das Olsäureglycerid (Olein (s.d.] oder Elain). Die Glyceride der sog. Fettsäuren (s.d.) sind um so fester, je höher die Fettsäuren in der von ihnen gebildeten Reihe stehen. Das Glycerid der Buttersäure, das Butyrin, ist dem entsprechend ölartig, das der Stearinsäure, das Stearin (s. d.), dagegen fest. Die F. sind unlöslich in Wasser, kaum löslich in Alkohol, leicht löslich in Ather, Benzin, Petroleumäther, ätherischen Olen; auf dieser Eigenschaft beruht die Anwendung dieser Lösungsmittel (Fleckwasser) zur Entfernung von Fettflecken. Beim Kochen mit Alkalien, alkalischen Erden (Kalk, Baryt) und gewissen Metalloxyden (wie Bleioryd und Zinkoryd) zerfallen die F. in Glycerin und in Fettsäuren, von denen die letztern mit den Alkalien die Seifen bilden. Manche F. erleiden diese Zersetzung in Fettsäure und Glycerin an der Luft, sie werden ranzig, können aber durch Auswaschen oder durch Neutralisieren (mit Magnesia) von dem Zersetzungsprodukt befreit werden. Durch konzentrierte Schwefelsäure und durch Chlorzink läßt sich 1. eine Spaltung der F. herbeiführen. Obwohl F. und Wasser nicht mischbar sind, so lassen sich do scheinbar homogene Gemenge von Wasser und F. herstellen, deren Nichthomogenität nur durch mikroskopische Untersuchung erkannt werden kann. Solche Flüssigkeiten sind z. B. die Milch und der Chylus. Kunst lich lassen sich dieselben erhalten, wenn man flüssiges F. mit schleimigen Flüssigkeiten zusammenschüttelt . Emulsionen), oder wenn man destilliertes Wasser, dem nur eine Spur von Kalihydrat zugefuügt ist, mit Ol schüttelt. Gleiche Wirkung üben gewiße tierische Sekrete aus, so die Galle und der Bauchspeichel. Letztere machen hierdurch die F. im Verdauungsprozeß resorbierbar und lassen die entstehenden Emulsionen von den Chylusgefäßen des Darms aufsaugen. Während von den Olen die einen 551 lange flüssig bleiben (Mandelöl, Olivenöl, Rüböh), trocknen andere wieder sehr leicht ein (Leinöl, Nußöl, Mohnöl), weshalb letztere sich zur Bereitung von Firnis (s. d.) eignen. Hiernach teilt man die Ole in zwei große Klassen: trocknende und nicht trocknende Ole. Die letztern haben die Eigenschaft, bei Behandlung mit salpetriger Säure zu festen Massen, Claidin (s. d.), zu erstarren. ö Die F. sind Produkte des Pflanzen⸗ und Tierlebens. Die Pflanzen enthalten die F. meist in den Samen, selten, wie die Oliven, im Fleisch der rüchte. Bei den Tieren befindet sich das F. hauptsächlich im Zellgewebe, so unter der Haut, in der Umgebung der Gedärme, zwischen den Muskeln, in den Knochen, doch auch in sehr fein zerteiltem Zustande in den Organteilen selbst, z. B. in der Leber; im Gehirn und in den Nerven macht das F. einen wesentlichen Bestandteil aus. Je nach ihrem Ursprung besitzen die rohen F. verschiedene Farbe, verschiedenen Geruch und Geschmack, Eigenschaften, welche durch beigemengte fremdartige Stoffe bedingt sind; so enthalten viele F. des Handels reichliche Mengen von freien Säuren. Die Anwesenheit dieser freien Säuren ist jedoch auf eine leicht eintretende partielle Im frische auf ein Ranzigwerden zurückzuführen. Im frischen Zustande sind die Pflanzen⸗ wie die Tierfette neutral. Zu manchen Zwecken müssen die F. erst gereinigt, raffiniert werden. So veranlassen die den Brennölen beigemengten Körper ein Verkohlen des Dochtes und müssen daher von diese befreit werden, was durch Vermischen mit konzer trierter Schwefelsäure und Einleiten von Wasser dämpfen bewirkt wird. Gewonnen werden die 5 aus den Pflanzen durch Auspressen der zerkle nerten Samen oder Früchte in gewöhnlicher Tem peratur oder zwischen heißen Platten, oder dure Kochen der zerquetschten Stoffe mit Wasser un kohhenit des F., oder durch Extraktion mit Schwefel kohlenstoff. Zu wissenschaftlichen Untersuchunger zieht man das F. mit Ather aus. Die Tierfette werden von den beigemengten Gewebteilen durck Auslassen, durch Schmelzen mit wenig Wasser rein dargestellt. Die festen Tierfette werden auch Talg, Unschlitt genannt; sie sind reich an Stearin; zu ihnen 100 ue der Rinds⸗ und Hammelstalg, die vorzügich zu Seifen und den sog. Stearinkerzen verarbeitet werden. Das weichere Schweineschmalz und das diesem sehr ähnliche Menschenfett bestehen hauptsächlich aus Palmitin und Olein. Die Butter ist den weichern Tierfetten analog zusammengesetzt, enthält aber außer den in diesen regelmäßig vorkommenden Körpern, Olein, Palmitin und Stearin, einige Prozente der Glyceride von flüchtigen Fettsäuren. Der Fischthran wird aus dem Fleische der Walfische, Seehunde u. s. w. durch Ausschmelzen gewonnen und verdankt, wie der Leberthran as F. aus den Lebern verschiedener Dorscharten, seine flussige Beschaffenheit dem Olein; der üble Geruch des Fischthrans rührt von der Gegenwart flüchtiger Fettsäuren, namentlich der Capronsäure und Valeriansäure her. Von den Pflanzenfetten sind zu erwähnen: das Palmöl, aus den Früchten mehrerer Palmarten (namentlich zu Seife verarbeitet), ebenso das Kokosnußöl aus den Kokoskernen. Die Kakaobutter wird aus den Kakaobohnen gewonnen, das Olivenöl aus Oliven, das Mandelol aus Mandeln und das Rüböl aus den Samen des Rapses und des Rübsens. Ruat sind noch zu nennen das Leinöl, Mohnöl, Nußöl u. s. w., und als medizinisch wichtig das Crotonöl und Rizinusöl. Die F. haben eine ungemein große Bedeutung in den Gewerben, in der Hauswirtschaft, in den Künsten u. s. w. erlangt. In der Medizin dienen sie zur Bereitung der Salben, von denen die meisten ein Gemenge von Schweinefett und Wachs oder Talg mit verschiedenen Zusätzen sind. Aus Mandelöl, Mohnöl und Olivenöl werden Emulsionen bereitet. Der Leberthran ist vielen Arzten ein geschätztes Arzneimittel. Das Rizinusöl und das Crotonöl sind kräftige Abführmittel u. f. w. Als Nahrungsmittel hat das F. sehr hohen Wert insofern, als es zur Substanzvermehrung des Körpers dient, namentlich aber auch, als es Träger einer großen Summe von Spannkraft ist und dem Körper Material zur Wärme⸗ und Kraftproduktion zuführt. In der Technik finden die F. Verwendung zur Bereitung der Seifen, ferner als Rohmaterial fur die Kerzenfabrikation, sowie als Antifriktionsmittel, Schmiermittel für Maschinenteile. Für letztern Zweck ist völlige Abwesenheit aller freien Säuren erforderlich, da die Wellen und Lager, deren Abnutzung durch das F. vermieden werden soll, sonst in hohem Grade leiden wurden. In der gewerblichen wie in der Kunstmalerei dienen vie F. zur Anfertigung der Olfarben und Firnisse. Im Haushalte benutzt man F. bei der Bereitung der verschiedensten Speisen und als Beleuchtungsmaterial. die Ansichten der Forscher weit auseinander gegangen. Während die ältern alles F. des Tierkörpers von dem F. der Nahrung herleiteten, wies Liebig nach, daß das auf diesem Wege zugeführte F. durchaus nicht ausreichend sei, um den oft massenhaften