FeedFick (Aug.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Fick (Aug.), verdienter Sprachforscher auf dem Gebiete der indogerman. Sprachen, geb. am 5. Mai 1833 zu Petershagen bei Minden (Westfalen), besuchte das Gymnasium zu Hildesheim, studierte 1852—57 in Göttingen Philologie und war von 1858 — 76 als Lehrer am göttinger Gymnasium angestellt. Seit 1858 wandte er sich unter Benfeys Leitung dem Studium des Sanskrit und der vergleichenden Sprachwissenschaft zu und wurde 1876 als außerord. Professor für Sprachvergleichungen an der göttinger Universität angestellt. Sein Hauptwerk ist«Vergleichendes Wörterbuch der indogerman. Sprachene (4 Bde.; 3. Aufl., Gött. 1874—76); in den Entwickelungsgang der Sprachwissenschaft griff er wirksam ein durch sein Buch «Die ehemalige Spracheinheit der Indogermanen Europasv (Gött. 1873). Außer vielen Beiträgen zur vergleichenden Grammatik in Kuhns Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung und Bezzenbergers Beiträgen zur Kunde der indogerman. Sprachen, machte sich F. auf einem engern Gebiete verdient durch sein Werk „Die griech. Personennameno (Gött. 1874). Dmun (GAdolf), Statistiker, geb. 14. Juni 181⁶ zu Olmütz, lag zu Wien histor. und philol. Studien ob und wirkte dann 1839—43 als Lehrer der Geschichte und der klassischen Philologie an dem laibacher Lyceum, dann an der Universität zu Olmütz und 1850—53 am Gymnasium zu Czernowitz. m J. 1853 trat er als mnisterialsetretär in die Direktion für administrative Statistik ein, in welcher Stellung er sich um die Ausbildung der österr. amtlichen Statistik wesentliche Verdienste erwarb. F. wurde dann 1864 als Iiven . Czörnigs zum Direktor der administrativen Statistik mit dem Range eines Regierungsrats ernannt. In dieser Eigenschaft vertrat er auf den internationalen Statistischen Kongressen zu Berlin (1863), im Haag (1869) und Petersburg (1872) die österr. Regierung. Ein Hauptaugenmerk richtete er auf die Organisation der Unterrichtsstatistik und der Arbeiten für die Censusgesetzgebung. Als Referent für Gymnasien und Realschulen 1870 in das Unterrichtsministerium berufen, war er besonders darauf bedacht, das Mittelschulwesen in Osterreich zu heben; 1873 wurde er mit dem Titel eines Sektionschefs zum Präsidenten der Statistischen Centralkommission ernannt. Er starb 12. März 1880 in Wien. Von F.s wissenschaftlichen Arbeiten sind hervorzuheben: „Darstellung der Landwirtschaft und Montan-Industrie der Bukowinav (Wien 1854), 4Bevölkerung der österr. Monarchieß (Gotha 1860), „Völkerstämme der Esterreichisch-Ungarischen Monarchier (Wien 1869). Ferner veröffentlichte er JJahresberichte des Unterrichtsministeriums für 1870—725. Vgl. Schwab, «Adolf F.» (Wien 1880).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 785Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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