Fickler (Jos.), einer der Führer der bad. Demokratie, geb. 3. März 1808 zu Konstanz, wo er Kaufmann war und Obmann des Bürgerausschusses wurde, gründete dort 1830 ein liberales Wochenblatt und redigierte seit 1836 die „Seeblätterv, welche zuerst das Organ der liberalen Opposition, später das der Demokratie waren. In der Revolution von 1848 wirkte er für Errichtung einer Republik und beantragte zur Zeit des Vorparlaments ein bad. Plebiszit über Beibehaltung der Monarchie oder Einführung der Republik. Da er im Verdacht tand, mit den Zuzügen deutscher Arbeiter aus Frankreich und mit der franz. Regierung in Verbindung zu stehen, wurde er in Karlsruhe 8. April verhaftet. Im Mai 1849 freigesprochen, wurde er 13. Mai von der offenburger Volksversammlung in den Landesausschuß und . in die bad. provisorische Regierung gewählt. Als er aber den Versuch machte, auch Württemberg in die Revolution zu ziehen, wurde er 3. Juni in Stuttgart verhaftet und auf die Festung Hohenasperg gebracht. Gegen eine Kaution von 1000 Fl. von dort entlassen, ging er zuerst in die Schweiz, dann nach England und zuletzt nach Nordamerika. In dem großen Kampfe der Regierung der Vereinigten Staaten mit den Konföderierten stand er auf Seite der erstern als Gegner der Sklaverei. Nach der Niederlage der Konföderierten kehrte er nach Konstanz zurück und starb hier 26. Nov. 1865.