Hecker (Friedr. Karl Franz), Führer der bad. Revolution, geb. 28. Sept. 1811 zu Eichtersheim im Badischen, erhielt seine Gymnasialbildung zu Mannheim, studierte dann bis 1834 auf der Universität Heidelberg die Rechte und wurde im Dez. 1838 Obergerichtsadvokat zu Mannheim. Im Juli 1842 in die bad. Kammer gewählt, erwies er sich seitdem als eins der rührigsten und schlägfertigsten Mitglieder der Opposition. In weitern Kreisen wurde sein Name zuerst genannt, als er im Mai 1845, auf einer mit Itzstein nach Stettin unternommenen Reise, in Berlin angehalten und aus den preuß. Staaten verwiesen ward. In den J. 1846 und 1847 lockerte sich bereits das Verhältnis H.s zu seinen konstitutionell gesinnten Freunden, da er im Verein mit Struve bald als Führer der äußersten Partei auftrat. Der von ihm gestellte Antrag, die Kammer sollte bis zur Anderung des Regierungssystems die Steuern verweigern, wurde Efederleat weshalb er März 1847 sein Mandat niederlegte und nach Algier reiste. Doch kehrte er bald wieder nach Baden zurück und verteidigte in der offenburger Versammlung vom Sept. 1847 das Programm der bad. Radikalen. Er ließ sich aufs neue von seinem Wahlbezirk in die bad. Kammer wählen und erklärte sich nach Eintritt der Bewegung von 1848 auf der Versammlung zu Heidelberg (5. März), die das Vorparlament vorbereitete, offen als Sozialdemokrat und Republikaner. Als Mitglied des Vorparlaments suchte er im Sinne der Revolution die Permanenz dieser Versammlung durchzusetzen, und als dies nicht gelang, bereitete er eine gewaltsame Schilderhebung vor, durch welche er von Baden aus die kleinen süddeutschen Regierungen zu überraschen gedachte. Am 12. April erließen H. und Struve von Konstanz aus die offene Aufforderung zu einem Aufstande, der aber schon 20. April mit dem Zusammenstoß bei Kandern scheiterte. H. floh in die Schweiz und suchte nun von Muttenz aus (Baselland) durch die Presse ür seine Pläne zu wirken. Der bad. Wahlkreis hiengen wählte ihn zweimal in die Nationalversammlung, die indes seinen Eintritt zurückwies. H. schiffte sich hierauf im Sept. 1848 nach Nordamerika ein, kehrte nach Ausbruch der Mairevolution von 1849 auf kurze Zeit nach Europa zurück und begab sich dann wieder nach Amerika, wo er sich fortan der Bewirtschaftung einer Farm bei Belleville im Staate Illindis widmete und seit 1856 als Agitator für die republikanische Partei auftrat. Als 1860 der Bürgerkrieg ausbrach, führte er dem Unionsgeneral Fremont ein Regiment zu, an dessen Spitze er kämpfte und verwundet wurde. Später befehligte er als Oberst eine Brigade in der Cumberlandarmee unter General Howard, legte aber, im Avancement übergangen, im März 1864 sein Kommando nieder. Seitdem lebte er im Sommer wieder auf seiner Farm und hielt im Winter vor deutsch-amerik. Zuhörern populäre Vorlesungen. Im Mai 1873 kam H. auf kurze Zeit nach Deutschland. Von seinen publizistischen Arbeiten sind eine Sammlung seiner «Reden und Vorlesungeno (Neust. a. d. H. 1872) und «Betrachtungen über den Kirchenstreit in Deutschland und die Infallibilitäto (Neust. a. d. H. 1874) zu nennen. In dieser letztern Schrift nimmt er entschieden Partei für Deutschland und die preuß. Kirchengesetze. H. starb 24. März 1881 in St.⸗Louis.