FeedFilangieri (Gaetano)
GeschichteBrockhaus 1882

Filangieri (Gaetano), hervorragender ital. Publizist, geb. 18. Aug. 1752 zu Neapel, gehörte einer alten Familie normann. Ursprungs an und war der dritte Sohn des Fürsten Cesare d'Arianello und der Mariana di Montalto, Herzogin von Fragnito. In seinem 14. Jahre nahm er Kriegsdienste, gab diese jedoch bald auf, widmete sich mit großem Eifer den Wissenschaften und trat nach beendeten Studien als Sachwalter auf. Seine Beredsamkeit und sein Wissen verschafften ihm großen Beifall, und seine Verteidigung der zeit- und vernunftgemäßen Reformen, welche Tanucci, damaliger erster Minister in Neapel, durchsetzte, die Gunst des letztern. F. wurde an den Hof gezogen, was ihn jedoch nicht verhinderte, auch ferner seinen Lieblingsstudien treu zu bleiben. Das Ideal einer Gesetzgebung suchte er in dem Werke La scienza della legislazione (8 Bde., Neap. 1781—88 u. öfter; deutsch von Link, 8 Bde., Ansb. 1784- 93; franz. mit einem Kommentar von Benj. Constant, 6. Bde., Par. 1822) o Aucen f⸗ bei welchem er häufig Montesquieu vor Augen hatte. Das Werk machte nicht nur in Italien, sondern in gan Europa außerordentliches Aufsehen, und F. sah sich in seinem 28. Nahlt den berühmtesten Staatsrechtslehrern beigezählt. Der heftigen, von Adel und Klerus ausgehenden Opposition zum Trotz fuhr F. ungestört mit der Arbeit fort. König Ferdinand IV. ernannte ihn 1787 zum Finanzrat; doch starb F. schon 21. Juli 1788. In der Kirche Sta.⸗Maria di Piedigrotta in Neapel wurde F. von seinem Sohne ein Denkmal gesetzt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 802Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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