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NaturlehreBrockhaus 1882

Firn, frz. Nevé, heißt in den Alpen der Hochgebirgsschnee, der durch oberflächliche Schmelzung und gleichzeitige Zusammensinterung allmählich aus dem trockenen, staubartigen Zustande in den körnigen übergegangen ist. Bei fortdauernder abwechselnder Schmelzung und Gefrierung verwandelt sich der F. in weißes, blasiges Eis, endlich durch Druck und Infiltration von stets aufs neue gefrierendem Wasser in kompaktes Gletschereis. Firnmulden heißen die Hochthäler der Schneeregion, in denen diese Umwandlung vor sich gehl, Firnfelder die mit F. bedeckten Berghänge; beide sind die Reservoirs, aus denen die Gletscher gespeist werden. So entsteht der Aletschgletscher aus der Vereinigung des Großen Aletschfirns, des Jungfraufirns und des Ewigschneefelds. In manchen Alpengegenden werden auch die mit F. bedeckten Berggipfel Firne oder Ferner genannt und dieser Name wird auch wohl für eigentliche Gletscher angewendet. (S. Gletscher.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 836Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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