Flores (Venancio), südamerik. General, schloß sich 1853 dem Militäraufstande 1.8⁰ den Präsidenten der Republik Uruguay als Oberst an und trug wesentlich zum Sturze der bestehenden Regierung bei. Die Colorado-Partei erhob hierauf F. zum Präsidenten, doch wurde er 1855 durch einen abermaligen Aufstand aus Montevideo vertrieben und trat in Buenos-Ayres als Brigadegeneral in die Dienste von Argentina. Es gelang ihm, den Präsidenten Mitre für die Einmengung in die innern Angelegenheiten Uruguays zu gewinnen. F. landete, von Mitre heimlich unterstützt, im April 1863 mit nur 30 Mann bei Colonia del Sacramento, erließ einen Aufruf zur Erhebung und erhielt starken Zuzug. Unterstützt von den reichen Brasilianern im Norden des Landes, rückte er alsbald gegen Montevideo vor und erhielt von seiten Brasiliens Hilfe gegen den Präsidenten Aguirre. F. nahm La Florida und Salto, erstürmte Paysandie und rückte schließlich in Montevideo ein, wo er zum provisorischen Präsidenten ausgerufen wurde. Er schloß mit Brasilien und Argentina eine Tripleallianz gegen den Diktator Lopez von Paraguay und übernahm den Befehl über die Vorhut der Verbündeten, zeichnete sich in den folgenden Kämpfen persönlich mehrfach aus, mußte jedoch infolge starker Verluste unverrichteter Sache nach Montevideo zurückkehren und nahm am weitern Verlaufe des Kriegs keinen Teil. F. widmete sich ganz der innern Regierung und suchte durch Milde seine polit. Gegner, die Blancos, zu versöhnen; doch gelang ihm dies nicht. Infolge einer Verschwörung wurde er 19. Febr. 1868 zu Montevideo ermordet.