Fluß oder Flußmittel nennt man in der Chemie und Metallurgie solche Stoffe, welche man zu schmelzenden Massen zusetzt, um durch Bildung einer flüssigen Schlacke das Zusammenfließen der schmelzenden Substanz zu erleichtern, oder um den Zutritt der Luft durch Bedeckung der glühenden Materie zu verhüten, oder um endlich chemisch auf die Nebenbestandteile einzuwirken, z.B. Silicate zu verschlacken. Die beiden ersten Zwecke erfüllen Kochsalz, Borax, Glas, Flußspat, welche sämtlich in höherer Temperatur schmelzen und sich über dem schmelzenden Material ablagern. Als schlackenbildende, Silicate zersetzende F. dienen Pottasche, Soda, Kalk oder das leicht schmelzbare kohlensaure Kalinatron; sollen zugleich reduzierende Wirkungen ausgeübt werden, so verwendet man Gemenge von kohlensaurem Natronkali mit Kohle oder von kohlensaurem Kali mit Kohle; zur Verschlackung von Basen dient ein F. von Borsäure oder Kieselsäure.