Foglietto lital.) wird in der Musik die erste Violinstimme (als die Prinzipalstimme des Orchesters) genannt, wenn in derselben die Soli und Eintritte der andern Stimmen angedeutet sind, sodaß nach dieser Vorlage dirigiert werden kann. Früher war solches allgemein und weit mehr der Fall, als gegenwärtig. ohi, irrtümliche Schreibweise für Fu-hi (s. d.). welches das fünfte Lebensjahr noch nicht erreicht hat. Fohlen oder Abfohlen ist für den Züchter gleichbedeutend mit Gebären der Stuten. (S. Geburt der Tiere.) tiere). öhn oder Fön (lat. Favonius) heißt in den Thälern am Nordabfall der Schweizeralpen der heiße, trockene Süd⸗ und Südostwind, der namentlich im Herbst, Winter und Frühling oft mit orkanartiger Heftigkeit auftritt. Dem Föhnsturme geht in der Regel Windstille, auffallende Durchsichtigkeit der Luft und scharfe, grelle Beleuchtung voraus, welche bald einer zunehmenden Trübung der Atmosphäre weichen. In den obersten Luftregionen bilden sich Federwolken, während in den Thälern die Luftfeuchtigkeit sich bis auf 35 und 25 Proz. vermindert. Beim Beginn der Erscheinung, die in Perioden von durchschnittlich 2½ Tagen eintritt, ist der Wind kalt. Rasch erfolgen wärmere und immer wärmere Stöße, das Barometer fällt, das Thermometer steigt. Bei Menschen und Tieren zeigen sich Unbehagen und Erschlaffung, die Pflanzen werden welk. Wird der F. seiner orkanartigen Heftigkeit wegen oft gefürchtet, sodaß während seiner Dauer kein Schiff den Urner⸗ und den Walensee zu befahren wagt und in Glarus und andern dem 5. ausgesetzten Orten kein Feuer brennen darf, so ist er andererseits als Schneefressero wohlthätig, der rascher als die Sonne die Schneemassen des Winters schmilzt und dem Frühling den Weg bahnt, und es zeigen denn auch die Föhngebiete, wie das Rhönethal, das Oberhasli, das obere Reuß⸗ und das Linth0al das bündnerische und das St. Gallische Rheinthal, das Montavon u. s. w., höhere mittlere Temperatur und südlichere Vegetation, als ihnen nach ihrer Meereshöhe und ihrer Breite zukämen. Beim Aufhören des F. entladen sich die ihm folgenden Wolkenmassen in flutartigen Regengüssen, und auch auf der Südseite der Alpen gehen die Föhnniederschläge dem Winde nicht voran, sondern folgen ihm nach. Beim Eintritt des F. haben vielmehr die Thäler am Südabfall der Alpen meist hohen Barometerstand und ruhige Luft, und erst im Verlauf der Erscheinung werden auch die tiefern Luftschichten der Südseite in die Bewegung hineingezogen und steigen am Alpenkamme in die Höhe, wobei Kondensation des Wasserdampfes eintritt. Der F. ist deshalb weder ein Saharawind, wie Desor und Escher seiner Wärme und Trockenheit wegen annahmen, noch auch ein die Alpen übersteigender Antipassat, welcher beim Herabgleiten auf dem Nordabhange sich verdichtet und erwärmt, wie Dove u. a. behaupteten. Er entsteht vielmehr, wie es Hann und Billwiller nachgewiesen haben, in den Alpen selbst, sobald im nördl. Atlantischen Ocean, zwischen der Bai von Biscaya und Nordschottland, ein tiefes Barometerminimum auftritt. Diese Minima ziehen zunächst die Luft Westeuropas in den Wirbelsturm hinein, dann auch die Luft über dem nördl. Vorland der Alpen und den Alpenthälern, und indem diese Luft nach N. und NW. hin abfließt, stürzt zum Ersatz die Luft von den Alpenkämmen in die Thäler hinab, erwärmt sich dabei und bildet den F. Wie die nördl. Alpenthäler den Südföhn, haben die südlichen einen Nordföhn, wenn tiefe Barometerminima über dem Mittelmeere liegen, und ähnliche Winde sind auch in Westgrönland, auf der Ostseite der Neuseeländischen Alpen u. s. w. beobachtet worden. Vgl. Dove, «lüber Eiszeit, F. und Siroccov (Berl. 1867); derselbe, Der Schweizerföhn» (Berl. 1868); Wild, aliber F. und Eiszeit‘ (Bern 1868); Hann, «über den F. in Bludenzy (Bd. 85 der «Sitzungsberichte der k. k. Akademie der Wissenschaften», Abteil. 2, Wien 1882).