Feedauswittern
NaturlehreBau-Lexikon 1881

auswittern, ausbleichen, effloresziren, pass. Z., frz. s'erfleurir, engl. to be in efflorescence, nennt man die Erscheinung, wenn feste Körper (Steine, Mauerziegel) sich mit einem krystallinischen weißen Salzbeschlag bedecken, ohne daß dies ein Niederschlag von Dämpfen etc. ist. Vergl. d. Art. Brodem. Die Natur der Auswitterung kann sehr verschieden sein; z. B. an alten Mauern, in Ställen und dergl. besteht sie meist aus Salpeter (salpetersaures Kali oder salpetersaurer Kalk). Neue Ziegelmauern bilden oft bei Einwirkung von Luft und Feuchtigkeit Auswitterungen an ihrer Oberfläche, welche aus schwefelsauren Salzen zusammengesetzt sind, wie schwefelsaures Natron, schwefelsaure Magnesia etc., welche nach dem Brennen der Ziegel in denselben als wasserfreie Salze vorhanden sind, nach u. nach Wasser aus der Luft aufnehmen u. dann als wasserhaltige Salze an den Oberflächen der Steine auskrystallisiren. Dies ist die Ursache, daß der Putz an Mauern, welche mit salzhaltigen Ziegeln ausgeführt sind, nicht halten kann. W

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 203Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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