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BaukunstBau-Lexikon 1881

Babylon und besiegte den Schimischli-Pal-Bithkira (n. A. Tiglat-Pilesar J.) v. Assyrien; derselbe soll um 1120 den babylonischen Thurm begonnen haben. Dieses alte Babylon entfaltete bald große Pracht. Von seiner Bauweise wissen wir blos Folgendes sicher: Lehmziegel waren das Hauptmaterial. Asphalt diente als Mörtel. Paläste und Tempel waren mit Gips- und Kalksteinplatten belegt, die mit flachen Reliefs bedeckt waren. Der Königspalast selbst hatte einen Umfang von 20 Stadien (½ Meile). Umzogen war er von drei Mauern, die beziehentlich 30, 40, 60 Stadien Umfang erreichten. Der nach Einigen schon um 1800, wohl aber erst um 1240, nach Anderen 1120 gebaute große Tempel, gleich dem Palast auf der Westseite des Euphrat gelegen, war von einer Mauer umgeben, die ein Quadrat von 20 Stadien bildete u. eherne Thore hatte. Der Tempel selbst stand auf einer Stufenpyramide: die untere Terrasse hatte 200 m. ins Quadrat u. die sieben darauf sich erhebenden Stufen hatten zusammen die Höhe von 200m. Die unterste Stufe enthieltein vermuthlich erst später eingebrachtes sitzendes Bild des Baal v. Gold unter einem Baldachin. Das oberste Stockwerk des Tempels selbst aber enthieltein Gemach mit goldenem Altartisch u. ein zweites mit dem goldenen Bett des Gottes. Im Hof standen die Altäre, einer für die Opferung v. Säugethieren bestimmt. Ueber die baulichen Formen wissen wir leider fast nichts; da aber die Babylonier schon sehr früh in vielfachem Verkehr mit denAssyriern standen, ja sogar um 1240 v. Chr. von den Assyriern unterjocht wurden, um 1118 zwar sich befreiten, aber schon ums Jahr 1000 wieder den Assyriernzinsbarwurden, da ferner die späteren Kunstwerke viel Verwandtes mit d. assyrischen haben, so ist auch für die Werke des alten Reiches eine solche Verwandtschaft zu vermuthen. In den Ruinen von Mugeir vermuthet man einen von König Uruk um 2200 v. Chr. erbauten Tempel der Stadt Ur (Hur). Breite Mauerpfeiler von geringem Vorsprung gliedern die Wände der aus Luftziegeln erbauten u. mit Backsteinen bekleideten Stufenpyramide, welche vermuthlich eine kleine Tempelcellatrug, zu der an der einen Langseite eine schmälere, an einer andern Seite eine breitere ziemlich 100 ꝗ4km. Die Angaben der alten Schriftsteller über Stärke und Höhe dieser Mauern differiren von 32 bis zu 95 m. für die Höhe, von 10 bis zu 32 m. für die Dicke. — 250 Thürme erhoben sich etwa 7 m. über die Mauer. Die Gräben hatten gemauerte Böschungen, die 100 Thorthürme waren reich geschmückt, Pfosten, Flügel U. Schwellen mit Erz belegt. Die Brücken hatten Steinpfeiler von 4 m. Dicke bei 10 m. Jochweite. — Doch von alledem, von der neuen Stadtburg, von den Gärten und Teichen, von den hängenden Gärten, die Nabuchodonassar für seine Gattin Amytis baute, ist fast nichts erhalten. Letzstanden aber gar keine Steine zu Gebote, sie muß alle ihre Bauten in Ziegeln aufführen, daher denn a nur sehr wenig Trümmer auf uns gekommen sind. Ba

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 210Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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