FeedBabylonischer Thurm
BaukunstBau-Lexikon 1881

Babylonischer Thurm, restaurirt von Dr. O. Mothes. lon war ganz regelmäßig angelegt; die Mauer warr Häusern in zwei Reihen besetzt, durch hundert bronze Thore unterbrochen u. noch durch einen Wassergraben schützt; dahinter war noch eine Mauer. Die Häuser wa. meist 3—4Stockwerke hoch u. äußerlich verziert. Die bei! königlichen Burgen sind, so viel man vermuthet, unter! El Kasr u. Amran ibn Ali genannten Hügeln begrab El Kasr zeigt die Trümmer eines Gebäudekomplexes! gewöhnlichen Mauerziegel Bogen führt in einen gewölbm. breiten Säl, s. Fig. 312. Reliefdarstellungen von kurz Theile von gemauerten Reste der Substruktionen der hängenden Gärten. Ahnliche Trümmereines quadratischen, nach einem Relief. Himmelsgegenden orientirten Gebäudes im jetzigen Dorf Barnum; Mudschaliba oder Muckallibon scheint Gebäude, an den Ecken vier seine Seiten, genau orientirt, glaubt man in dem Birs Hillar auf der Westseite des Belus, den sogenannten Babylonischen Thurm, zu erkennen. Nach den Ergebnissen der Untersuchung dieses Trümmerhaufens, die Rawlinson vorgenommen, zusammengehalten mit Reliefdarstellungen bungen griech-Schriftsteller, ist die in Fig. 313 qu. 314 gegebene Restaurirung dieses Bauwerkes entworfen, während Fig. 315 den höchsten erhaltenen Theil d. Verkleidung, vermuthlich die vorletzte Terrasse, darstellt; in dem zu Kujundschik gefundenen Relief, Fig. 316, glaubt man die Darstellung einer babylonischen Stufenpyramide, vielleicht des babylonischen Thurms, leider nur im Bruchstück, zu besitzen. Ahnliche Stufen-Tempelpyramiden stehen in Maokhamur, Abu Kamihra und Tel Ermah. Bei unterste Stockwerk schwarz, das roth, das vierte vergoldet, das das siebente grünlich oder des Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond. Die diese Farben tragenden glasirten Ziegel bildeten jedoch nur die Außenseite einer aus gebrannten Ziegeln aufgeführten Blendmauer, deren Hintermauerung aus ungebrannten Schlammziegeln bestand. Die Euphratbrücke hatte Steinpfeiler, durch bleivergossene Eisenschienen mit einander verbunden; die Pfeiler selbst waren tief gegründet, stromabwärts rund, stromaufwärts spitz. Das Beleg bestand aus Holz; die Pfeiler standen 4 m. aus einander. Während man nun in Babylon selbst fast ganz vergeblich nach erhaltenen Mauersteinen und Details gesucht, nur 3 6 glasirte Ziegel, regelmäßigem Kreis bei einem Umfang von mehr als einer Meile rings um die Trümmer der Stadt u. erreicht noch hier u. da die Höhe von 12 un. In der Mitte der Stadt liegen die Ruinen einer Thurmpyramide, die unten 63 m. ins Quadrat groß aus Ziegeln mit Schilfrohrschichten ausgeführt u. mit glasirten Ziegeln verblendet war, sowie ein rechteckiges Gebäude von 72 u. 51 m. Seitenlänge mit Mauern von 3, —6 m. Stärke, das auf einer 12—15 m. hohen Plattform steht; die Formen der Mauern an der südwestlichen Fagade, in Fig. 317 u. 318 dargestellt, kehren am Birs Nimrud, Fig. 315, und an einzelnen Konstruktionen, wahrscheinlich von Babyloniern ausgeführt, in Niniveh wieder. Die in Fig. 317 dargestellte Mauer war geputzt, die in Fig. 318 aber in ungebrannten Ziegeln ausgeführt u. mit 15 m langen, 2 mam. breiten, spitz zulaufenden Mosaikstiften, in Asphalt eingesetzt, bekleidet.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 212Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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