FeedDampfrohres
Haus & KücheBau-Lexikon 1881

Dampfrohres ist gleich )5 vom Durchmesser des Dampfmaschinencylinders oder gleich der 1½fachen Weite der Sicherheitsventile anzunehmen. e) Das Speiseventil mit Rohr; letzteres mündet an einer vom Rost entfernten Stelle des Kessels ein u. ist gewöhnlich 3—4em. weit. Bei einem Ueberdruck von weniger als einer Atmosphäre erfolgt die Speisung durch den Druck einer Wassersäule aus einem hochstehenden Reservoir, sonst aber meist mittels Speisepumpen, zuweilen auch mittels Dampfstrahlinjektoren. f) Der Wasserablaßhahn; derselbe ist mit einem Rohr von 46 ém. Weite verbunden, das an der tiefsten Stelle des Kessels einmündet. Es dient derselbe zum Ablassen des Schlammes. g) Das Mannloch, welches zum Einsteigen in den Kessel dient, um denselben zu reinigen, resp. vom angesetzten Kesselstein zu befreien Beim Betrieb des D.s ist dasselbe durch einen Deckel dampfdicht verschlossen. IV. Betreffs Sicherheit u. Heizeffekt der verschiedenen Dampfkesselsysteme ist Folgendes hervorzuheben: Die Konstruktion eines Dis ist außer dem Betriebszweck und außer lokalen Rücksichten besonders durch das Speisewasser bedingt, welches auf seinen Gehalt an Kalk u. Gips vorher zu untersuchen ist, da diese Körper bei der Verdampfung den Kesselstein bilden. Erfahrungsmäßig setzt sich der Kesselstein an den Stellen am stärksten u. festesten an, wo die größte Dampfentwicklung stattfindet, und da man bis jetzt noch kein allgemeines u. billiges Mittel zur Versind sie leicht zu reinigen, daher bei kesselsteinhaltigem Wasser sicher anzu⸗ — —5 aber lange Zeit zum wenden, brauchen Anheizen u. geben, da die Haneran aus Mauerwer hergestellt werden, naturgemäß nicht den günstigen Effekt wie solche in innerer Feuerung. Es giebt folgende Unterklassen: 1. Einfache Cylinder-od. Wal⸗ Wosddbsbdd Fig. 13420. E zenkessel, welche nur bei entsprechender Länge und Trocknung des Dampfes (durch Führung des letzten Kanals über den Kessel, s. oben) die Heizgase gehörig ausnutzen, dann aber lange Räume erfordern. — 2. Vorwärmerkessel, welche aus einem Oberkessel und in der Regel einem darunter liegenden, nach vorn etwas schräg gelagerten kleineren Unterkessel bestehen, die beide an den hinteren Enden mit einem kurzen Rohre (Stutzen) vereinigt sind. Der Rost befindet sich unter dem Oberkessel u. das Feuer macht hier den nicht naturgemäßen Weg von oben nach unten und ist in den meisten Fällen nicht mehr im Stande, das Wasser im Unterkessel zum Sieden zu bringen; es ist daher rathsam, bei Bestimmung der Größe nur den Oberkessel als wirksam zur Dampfbildung in Rechnung zu ziehen und den Unterkessel einfach HEIDOELBERG O Universi Siederkessel mit Feuerungsanlage. Fig. 1339. sinfacher Rauchrohrkessel mit Unterfeuerung. Fig. 1341. b das Speiserohr, o das Sicherheitsventil, d das Manometer, ê der Schwimmer, k das Mannloch, g die Dampfpfeife; auch hier kann zuletzt die Feuerluft wie oben zum Trocknen des Dampfes benutzt werden. Bei dieser Anordnung muß die ganze Wassermasse erhitzt werden, weshalb das Anheizen längere Zeit erfordert; dagegen ist die Hauptwärmeabgabe über dem Rost und in dem ersten Zug durch die geringe Metallstärke der Sieder sehr wirksam, der ganze Kessel kommt in Thätigkeit und hält lange und leicht die Dampfspannung. Die Konstruktion bedingt ein hohes Kesselgemäuer, aber die Vortheile in Bezug auf geringeres Kesselgewicht, großen Heizeffekt und guten Zug sind bedeutend. — 4. Einfacher Flammenrohr⸗ od. Rauchrohrkessel mit Unterfeuerung, s. Fig. 1340 u. 1341. Die Art der Zugführung istleichtersichtlich; da hierbei der Schornstein am Vorderende des Kessels stehen müßte, aber meist dahinter steht, so versieht man ihn gern mit einem Vorwärmer, um die Heizgassen bei ihrer Ableitung nach hinten nochmals auszunutzen; derartige Kessel sind für kleine Maschinen von 6—12 Pferdekräften sehr geeignet. — 5. Vielfacher Flammenrohr⸗ od. Rauchrohrkessel, s. Fig. 1342 u. 1343, wenn auch mit Sieder versehen ist — werden bei sehr reinem Wasser bis zu 100—200 Pferdekräften angewendet. — 6. Vielfache Wasserrohrkessel, s. dar. unter C. B. Kesselmitinnerer Feuerung. Sie haben einen mehr oder weniger geringen Wasserinhalt und theilweise auch kleinen Dampfraum, lassen sich deshalb leicht anheizen und geben rasch Dampf, müssen aber mit mehr Vorsicht behandelt werden, weil Wasserstand und Dampfspannung sonst schnell zurückgehen. Die Reinigung von Kesselstein ist hier schwieriger, der Heizeffekt bei gutem Wasser aber sehr günstig, weil die Wärmeabgabe größtentheils innerhalb des Kessels stattfindet und wenig Mauerwerk geheizt zu werden braucht. Die Einmauerung ist einfach und erfordert wenig Raum. Hierher gehören: 1. Ein-Feuerrohrkessel oder Cornwallkessel mit einem Feuerrohr, worin sich der Rost befindet, s. Fig.1334. Die Entfernung des Kesselsteins im untersten Theil des Kessels ist hier so gut wie unmöglich und deshalb wird bei schlechtem Wasser leicht ein Durchbrennen eintreten können. Solche Kessel eignen sich besonders für 20 — 40 qm. Heizfläche. — 2. Feuerrohrkessel mit zwei Feuerrohren, auch Lancashire-oder Fairbairnkessel genannt; wenn die beiden Feuerrohre nur ein Stück in den Kessel hineingehen und dann in einem Rohr vereinigt bis zum Kesselende gehen, heißt der Kessel auch Hosenkessel. Die Beseitigung des Kesselsteines ist hier ausführbar, wenn ein Mannloch unterhalb der Feuerrohre angebracht ist. Dieser Kessel ist sehr gewichtig und eignet sich für 30—60 qm. Heizfläche. — 3. Feuerbuchsenkessel. Die Wärmeaufnahme erfolgt hier, ähnlich wie bei den Lokomotivkesseln, durch ein System enger Röhren. Da diese verhältnismäßig sehr dünnwandig sein können, so erfolgt hier die Wärmeaufnahme rasch u. der Heizeffekt ist ein sehr günstiger. Solche Kessel geben ausgezeichnet Dampf, sind aber gegen Kesselstein am empfindlichsten u. sollen daher nur bei reinem Wasser zur Benutzung kommen. Sie ersordern sehr wenig Raum bei großer Heizfläche u. es kann diese bis zu 100 àm. ausgedehnt werden. O. Neuerdings sind die sogen. Wasserröhrenkessel eine Leidenschaft der Konstrukteure geworden; bei denselben bestreicht das Feuer die wassergefüllten Röhren von außen, da dieselben aber schwer von Ruß u. Kesselstein sind, so dürfen sie als keine Verbesserung gelten. Auch haben sie den Fehler, daß die unteren Röhren leicht durchbrennen. Sie eignen sich nur da, wo sehr rasche Dampferzeugung Hauptbedingnis ist, z. B. bei Dampfspritzen. Zu ihnen gehören auch die sog. inexplosiblen D. von Root, Sinelair, Schmidt etc. In betreff des Heizeffektes kann man je nach der Konstruktion mit den erwähnten Dampfkesselarten mit 1 Kg. guter Steinkohle 5—8 kg. Wasser verdampfen. Bezüglich der gesetzlichen Verordnungen über Dampfkesselanlagen verweisen wir auf die betreffenden Verordnungen und Vorschriften und empfehlen zur Einsicht derfelben die Kortkampfsche Ausgabe der deutschen Reichsgesetze, Heft 37 (Berlin, Fr. Kortkampf), sowie das „Hülfsbuch für den

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 126Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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