Desinfektionsapparate, welche zu Verwerthung der Desinfektionsmittel dienen, theilen sich in folg. Abtheilungen: 1. Zum Ausstreuen des Desinfektionspulvers. Fig. 1375 zeigt hierfür die gewöhnliche Handstreubüchse zur allgemeinen Verwendung. Fig. 1376 zeigt die Deckelstreubüchse, welche in jeder beliebigen Abortklappe für Closets, Gruben⸗ od. Tonnenanlageetc. eingebracht werden kann. Bei jeder Benutzung des Abortes resp. Klappenbewegung erfolgt sodann die selbstthätige Einstreuung einer entsprechenden Quantität Pulver. — 2. Zu Aufnahme und inniger selbstthätiger Mengung des Desinfektionsmittels mit Wasser, also zu Herstellung des sog. Desinfektionswassers für Hausdesinfektion, dient der Rührapparat, u. kann von diesem aus durch das ganze Gebäude eine komplete Desinfektionswasserleitung geschaffen werden, um beliebig Closets, Pissoirs, Schlotte, Ausgüsse mit Desinfektionswasser zu spülen, Krankenwäsche zu waschen etc., wodurch an Ort u. Stelle sofort Exkremente, Abfälle etc. aufgenommen, Fäulnis verhindert „und eventuelle Krankheitskeime zerstört werden. Hierzu „gehört Fig. 1377 u. 1378, der Centralrührapparat mit „Luftsauger und Aufstellung des Apparates in den oberen „Räumen des Gebäudes. Diese Anordnung hat die allgemeinste Verwendung wegen ihrer leichten Bedienung gefunden. Fig. 1379, Separatapparat für einzelne Closets, „kleine Pissoirs od. zu anderer entsprechender Verwendung. 3. Zu Herstellung von Desinfektionswasser „in den gewöhnlichen Gruben resp. Reservoirs selbst, am besten in eisernen Reservoirs zur Aufnahme der zu desinfizirenden u. klärenden Closet⸗ u. Abfallwässer, u. gehört hierzu entweder nach Fig. 1380 u. 1381 ein selbstthätiger Centraldruckrührapparat mit Staugrube, oder auch die Vorrichtung Fig. 1382, bei welcher das durch die Cirkulationswand durchfließende Abfallwasser selbst entsprechend Desinfektionsmittel löst u. fortnimmt. Letztere Anordnung wird hauptsächlich bei großen Anlagen von Fabrikabfallwässern, bei Ausfluß von Kanalleitungen von Stadttheilen oder kleinen Ortschaften, oder auch bei Hausanlagen, sobald keine Druckwasserleitung zu Verfügung steht, angebracht. Bei der Verwendung von Desinfektionswasser nach obigen Anordnungen fließen bei korrekter Bedienung erfahrungsgemäß die Wässer desinfizirt, geklärt und unschädlich nach Rinnsteinen, Kanälen, Flüssen re. ab. Kommen Stauklärgruben zur Verwendung, „so ergiebt sich ein flockiger Niederschlag als gut verwend⸗ „barer Guano. Die Räumung der Gruben findet ohne üblen r Geruchstatt. Als wichtig sind noch zu erwähnen Fig. 1383 e und 1384, die Friedrichschen Walzenelosets mit Walzen⸗ „schwimmern zu Verhütung des lästigen Rückspritzens edes Wassers beim Gebrauch, und zwar ein-u. mehrsitzig. Die Walzenschwimmer sind aus Porzellan hergestellt. Fig. 1385 zeigt ein öffentliches Pissoir mit periodisch bemessener Wasserspülung. Diese Wasserspülung findet auch bei Wandpissoirs, Closets etc. vortheilhafte Anwendung. Die Unterhaltungskosten der Friedrichschen Desinfektionsanlagen stellen sich für größere Gebäude, Kasernen, Gefängnisse, Krankenhäuser, Bahnhöfe etc., auf ca. 0,1 Pfg. pro Kopf u. Tag, in kleineren Wohnhäusern je nach Kopfzahl bis zu 0, Pfg. per Kopf und Tag, in Schulen u. dgl. bis 8 Pfg. pro Kopf u. Jahr. Das Friedrichsche System hat in Bequemlichkeit u. Billigkeit der Anlage sicher Vortheile vor der Süvernschen Anlage, was namentlich durch das beim Rath der Stadt Leipzig von Professor Fr. Hofmannabgegebene Gutachten Bestätigung fand. e) System von W. Martins in Dresden, ähnlich dem Friedrichschen und vielfach gut bewährt. 80. Fig. 1381. wate nach Max Friedrich. nDesintegrator, m., oder Schleudermühle, k., eine uCentrifugalmaschine (J. d.), sowohl bei der Aufbereitung i(.d.) als auch zu Zerkleinern von Steinkohle, Gips etc. ge⸗ ⸗braucht. 1. Der österr. Bergingenieur Peter von Rittingen „erfand zuerst eine solche, welche Massen durch rasche Umi drehung radial gerippter Scheiben so gegen eine feste Um⸗ „fassung schleuderte, daß sie zertrümmert wurden. DerAppa⸗ „frat war aber zu schwerfällig und arbeitete zu geräuschvoll. 2. D. von Carr, s. Fig. 1386. Ueber die Welle a, die auf dem iothek Heidelberg * I C bb ruht u. mittels der Riemscheibe e gedreht wird, andere hohle Welle d geschoben, die bei oe aufruht die Riemscheibe k entgegengesetzt gedreht wird. an der Scheibe g u. dem Ringstück hdie Stäbe i,i, Welle d aber mittels der Scheibe n die Kranzstäbe m. Die zu zerkleinernden Massen werden im o aufgegeben u. durch die schnelle Umdrehung Stäbe angeschleudert und durch deren entgegengesetzte Rotirung zertrümmert. Desk, s., engl., das Pult; Chorister's d., das Evangelienpult; Prayer s d., das Betpult; Reading-d., Epistel-d., das Epistelpult. Desorydation, f., frz. désoxydation, désoxygénaengl. disoxydation, disoxygenation, auch Regenannt, das Gegentheil der Oxydation, ist der1 Th. Stickstoff bestehend) zu salpeteriger Säure (3 Th. Sauerstoff auf 1 Th. Stickstoff umgewandelt wird; s. auch d. Art. Eisen, Kupfer, Messing, Zink.