ESscarpe, f., franz., engl. escarp (Kriegsb.), steile Böschung, bes. die äußere Böschungsmauer der Brustwehr, welche also an der innern Seite des Grabens liegt und mit der Ansicht nach dem Feind zugekehrt ist; e. détachée, freistehende Escarpenmauer. Escarpement, m., frz., Mäß der Böschung. Escarpen-Gulerie, f. Galerie, welche hinter der Verkleidungsmauer der Escarpe liegt u. gewöhnlich parallel zu den Fasen läuft. escarper, v. tr., frz., so steil als möglich böschen. Eschara, griech. 20%½οα, lat. focus, span. escara, 1. niedriger Herd, zugleich Altar für die Hausgötter, daher auch BrandopferaltarfürHeroen u.irdische Götter, s. Altar. — 2. Bedeckte Grube zum Auflegen der Todtenopfer. — 3. Ueberhaupt rostförmiges Gerüste, Unterlage. Esche, f., Aeschbaum, Asch, frz. frene; m., engl. ashtrée, lat. fraxinus excelsior. 1. Gemeine Esche, Edelesche, Fam. Oleaceae, Oelbaumgewächse, ein schlanker Baum von 1 bis 1, m. Stärke. Das Holzist hart, dauerhaft, grob, zähe, weiß, seidenartig glänzend; das weiße Ansehen verändert sich im höheren Alter ins Bräunlichgelbe, am Kern gelblich geflammt. Es reißt nicht leicht, wird aber bald von Würmern angegriffen, läßt sich nur unvollkommen beizen, ist im Trocknen sehr dauerhaft, in der Nässe nicht, wird bes. von Tischlern, Böttchern u. Wagnern sehr geschätzt. Das Wurzelholz gleicht dem Olivenholz, ist bunt geflammt, hart u. schön; spez. Gew. frisch 0,6, trocken 0,33. Die Rinde kann zum Gerben u. Gelbfärben verwendet werden. Unter den im Handel vorkommenden Sorten gilt das ungarische als das beste; es stammt von derselben Baumart, hat aber, wenn es auf steinigem Boden gewachsen ist, schön gewundene Fasern. — 2. Amerikanische Esche (Fraxinus americana), besitzt weißröthliches Holz von großer Härte und Elastizität. — Fr. atrovirens, Fr. oxycantha in Taurien, Fr. monophylla, carolinea, blaue E., u. Fr. acuminata, rothe E. in Nordamerika, werden wie 1. benutzt. Esche od. Oesche, auch Esch, m., mittelalt.⸗lat. esca (tres escae terrae, Martens collectanea I.), oberdeutsch und niedersächsisch für Flur, als Gesamtheit mehrerer Felder od. dgl. Ferner für Triftrecht, mittelalt.⸗lat. heißt aiacis, aizis, aizum ete. Gebiet, Distrikt, auch Gehöfte; in der Auvergne aize, s. v. w. Grundstück; ferner im Mittellatein. ocsa, Oschia, für Flur, im Nivernais noch jetzt osche. Eschel, m., 1. auch Eschblau, feine Smalte (s. d.). — 2. s. Aschenader. Eschenahorn, m. lat. Negundo, s. Ahorn 8. Escoda, f., span., Zweispitze, Picke. Escoincon, m., frz., engl. escoinson, s. Ecoingon und sconcheon, Fensternische, Thürnische. EScopa, f., span., frz. escoupe, cοπνpe, Krummspaten, Rundspaten der Minirer; escoupeler un arbre, einen Baum ausästen. EScope, écope, f., frz., Wasserschaufel, Schöpfkelle. EScoplo, m., span., Meißel. Eseora, f. span. (Schiffb.), breiteste Stelle des Schiffes, dicke Planke, die über jedem Barkholz liegt, Stützung des Schiffes auf der Werfte. Escuadra, f., span., Winkelmäß. Eseuellerie, f., frz., engl. scullery, Spülküche zum Reinigen der Speisegefäße, escuelles. Escuridor, m., span., bei den arabischen Bewässerungsvorrichtungen in Spanien der Auslauf,‚, Emissär, von Quadern aufgeführte brunnenartige Röhre, unten mit Seitenöffnung nach dem Hauptkanal; das aus dem Sammelbassin in den E. laufende Wasser wird in genau regulirter Menge unten herausgelassen durch den Tornillo(s.d.). Escutcheon, s., engl., 1, Wappenschild. — 2. Schlüsselschild. — 3. Gewölbfach zwischen den Rippen. Esel, m., 1. (das Thier) in der Antike ist der E. dem Bacchus geweiht, speziell Attribut des Silen, vielleicht als Symbol der unflätigen Schwelgerei aufzufassen. In der christlichen Kunst kommt der E, in vielfältigen Beziehungen vor; s. darüber M. M. a. W. — 2. s. v. w. Ensbaum (s. d.). — 3. Sägebockförmige Bettstelle. — 4. Auf den Langflößen ein Gestell für die Flößer, um trocken zu stehen. — Eselshaupt, n., frz. chouquet, téte de more, engl. cap ofthe mast-head, span. tamborete (Schiffb.), Klotz, mit seinem unteren viereckigen Loch auf den Mast gesteckt, in seinem oberen runden Loch die Stenge haltend und so zur Verbindung beider dienend. Eselskopf, m., der obere Theil einer Ramme. Eselsrücken, m., frz. dos d'ane, 1. frz. are m. en ac-Colade, engl. ogée-arch, doppeltgeschweifter Bogen, Art. Bogen 17, 40, 41, 44, S. 430 u. 431 im ersten Band, Fig. 723, 743, 747, nebst seiner Abänderung, dem Kielbogen, s. das. 31 u. Fig. 734 etc., kommt im gothischen, persischen und maurischen Stil vor. — 2. (Schiffb.) halbrunde Bedeckung des Koldergat. — 3. Ein in der Mitte sehr hohes Beet. — 4. Sargrücken, der dachförmig profilirt ist; s. d. Art. Angelsächsisch und Sarg. — 5. (Kriegsb.) s. Bär 3. Eselstreppe, f., frz. escalier vis St. Gille, e roman, auch romanische Treppe gen., stufenlose Treppe. Der eine solche Er enthaltende Thurm heißt auch Eselsthurm. Es giebt dgl.in Altenburg, Regensburg, Speier, Worms, Venedig etc. Eshaken, Eßhaken, S-Hanen, 1. frz. esse, f., Haken in Form eines 8S. — 2. Aufschiebling. Esmarkit, s. v. w. Datolith (s. d.). esmilier, v. tr., frz. (Steinm.), spitzen, mit Spitzhaue od. Spitzhammer bearbeiten; e. Je moellon, einen Bruchstein bis zum unverwitterten Stein abräumen, s. abschalen. Espacement, m., frz., Entfernung od. Weite zwischen zwei Säulen, Pfeilern oder Fenstern. Espagne, blane d'E., s. unter blanc. Espagnolettestange, f. franz. espagnolette, f. engl. espanosette, spanish sash-bolt, fälschlich oft Bajonettstange genannt, s. d. Art. Fensterbeschläge. Espale, f., frz., engl.spall, ital.spalla, span. espalda, eigentlich Schulter, daher Schiffsschulter, Raum zwischen dem Hintertheil und der ersten Ruderbank einer Galere. Espalier, m., frz., ital. spalliera od. spalletta, span. espaldera, Gitterbrüstung der Schiffsschulter, übertragen auf alle Gitter, daher unsere Worte Spalier u. Spallett (s.d.). Espalme, m., frz., 1. (Schiffb.) Pappe, Schmiere, d. h. Schutzfirniß aus Talg etc. — 2. Kitt zum Verkitten von Holz und Stein. Espanille, Epanille, Haspanilla, k., auch Zasminholz (Eri- „thalis fructicosa, Fam. Rubiaceae), ist auf den Antillen, bes. auf Martinique, einheimisch, hat Jasmingeruch, ist siothek Heidelberg DFC eitronengelb, sehr hart, eignet sich zu feinen Arbeiten. Es ist auch unter dem Namen nierenholz (Lignum nephreticum) oder Citronenholz im Handel. Espartogras, Spartgras, Zindgras, n., frz. épart, m. (Lygeum Spartum, Loeffl., Fam. Gräser), wird in Spanienetc., zu vielerlei Flechtwerkbenutzt, zu Stricken, Körben, Matten, Sandalen etc. Espavẽ oder Espaveh, m. (Anacardium Rhinocarpus, Fam. Terebinthaceen), mächtige Baumart in den Waldungen der Landenge von Panama, wird 26 -36 m. hoch, liefert geschätztes Nutzholz und Schiffbauholz. Espe, f. Silberpappel, auch Zitterpappel gen., frz.tremble, m., engl. asp; das Holz ist als Bauholz fast unbrauchbar, zu Schwellrost in immer nassem Boden aber zu empfehlen. Esperver, esparver, s., engl., Baldachin aus Stoffen, Betthimmel. Esping, k. (Schiffb.), kleines schwedisches Ostseefahrzeug, ähnlich der Jacht, aber ohne Spiegel. Espinheiro d'Ameira, Plaumen-⸗Dornstrauch (Ximenia americana L., Fam. Olacineae), wächst in Westindien u. Südamerika und liefert ein festes Holz, das von den Kunsttischlern sehr geschätzt wird. Espino, m. (Acacia Cavenia, Fam. Schmetterlingsblütler), eine chilenische Akazienart, hat dunkelrothes Holz von Eisenhärte und unverwüstlicher Dauer. Esplanade, f., frz. und engl., jede breit hingestreckte, künstlich eingeebnete oder erzeugte flache Anhöhe, bes. der Raum voreiner Festung bis zum Fuß des Glacis, auch das Glaeis selbst, wenn es sehr breit ist, auch die Brustwehr des bedeckten Weges; hiernach in Städten freier Platz(Hochplan, Freiheit), durch Abbruch solcher Festungswerke erlangt. Esquain, m., frz., Wagenschott, Wagenschuß. Esquife, m., span., frz. esquif, m., engl. skifl, Boot der Galéren, wohl aus „Schiff“ entstanden. Esquiffe, m., span., Theil eines Muldengewölbes zwischen je zwei Gurtbogen; s. d. Art. Joch. Esquina, f., span., ausspringende Kante, z. B. Gebäudedecke; 2 Ee. viva, bei Holzmäßen s. v. w. vor Hirns, quer gegen die Fasern gemessen. Esquisse, f., frz., s. v. w. Skizze, Brouillon.