französisch-gothische Bauweise, f. frz.stylem.national ogival, seltener style gothique, bei älteren Schriftstellern style oriental, polygonique, xyloldique, engl. frenchgothic style, Abzweigung des gothischen Stils (s. d.). Schon der romanische Baustil hatte sich in Frankreich eigenthümlich gestaltet, und bes. in der Normandie viele normannische Elemente aufgenommen. Kurz nach Mitte des Spitzbogen in den Details, Kadurch Vereinigung mit der aus hinabgehenden neuen Richtung mit entwickelte sich beinahe zu derselben Rheinufern, in Frankreich die des Spitzbogenstils, den die niemals so ganz rein von durchführten, wie die Deut-Kunsthistoriker nehmen verschieroman tertiaire, St. romano-St. roman de transition, 12. u. Anfang des 13. Jahrh. Großkonstruktion u. Kleindetails sind noch und Fenstern werden Spitz-Strebepfeiler zeigen sich; dahin romanisch disponirte Westseite der ö Kirche St. Remi zu Rheims erinnert im — Chorschluß an Halbervorherrschenden Spitzbogen und neben dem romanische Rundpfeiler, große Seitenschiffen, sechstheilige romanische romanische Details. 2. Im 13. Jahrprimaire, St. ogival en lancette, ogivique, gothique pur bis go-Französische Frühgothik: die Kathedrale allerdings 1212 begonnen, aber nur vollendet ward; nach 1250 wurde Der Chor ist noch nicht eigentdie Kathedrale von Beauvais 1196 allerdings begonnene, Kathedrale von Chartres, Thurm und im Kreuzschiff, unvollendet zeigt, s. auch Fig. 1762. Anordnung des Innern giebt ein Beispiel Fig. 1763, aus der Kathedrale von Beauva 1240 wurde der Chor in St. Denis begonnen, welchern nicht den Grad der Entwicklung zeigt, wie der von Ki (1248); 1243 die St. Chapelle zu Paris, zugleich etwa Kathedrale von Coutances in der Normandie, die n keine Strebepfeiler an den Thürmen hat. Die um 12 begonnene Westfagade von Rheims, s. Big. 1764. Char teristische Umänderungen dieser Periode sind: Ersetzu der Emporen über den Seitenschiffen durch die Trifori größere Anlage der Fenster, Ausstattung derselben Maäßwerk, dem aber noch der Organismus fehlt, u. in d die Rosette noch eine hervorragende Rolle spielt Fig.176 schlankereErhebung der Pfeiler, Bündelung derselben, V schmälerung der Gewölbjoche. An den Kapitälen zeigen statt der bisher allein üblichen Knospen (bourgeor Fruchthülsen (cotyledons) und Ringelranken (scions), nun auch Blumenknospen und Blätter. 3. Im 14. Jahrh.: Style ogival secondaire oder rayonnant bis gothique orné, décoré; das Jahrh. war von Kriegen angefüllt u. hinterließ wenig Neubauten, mehr Veränderungen u. Zusätze, z. B. die Kapellenreihe an den Seitenschiffen von Coutances u. Bayeux. Jetzt erst werden die Strebepfeiler durch Fialen bekrönt (in Deutschland schon 1248); nun kamen auch Strebebogen häufiger vor, ferner ist charakteristisch für die Zeit die Dekoration der Mauerfläche durch Blendbogen und die Ausbildung des geometrischen Mäßwerks sowie der Radfenster, die Bekrönung der Fenster durch Giebel etc. 4. Im 15. u. 16. Jahrh. unterscheiden die Franzosen zwei Perioden mit sechs Unterperioden, nämlich Style ogival-tertiaire, getheilt in flamboyant, perpendiculaire, batard und Style ogivale quartaire, getheilt in quartaire, fleuri, prismatique, die natürlich kaum scharf zu trennen sind und sich nur durch die Behandlung des Details unterscheiden, besonders des Mäßwerks, das beim flamboyant viel Fischblasen enthält, beim perpendiculaire vielfach durch die lothrecht verlängerten Pfosten durchschnitten wird; im batardl herrscht der Eselsrücken, im quartaire die Wiedernasung der Bogen; im fleuri werden die Nasen durch Zacken, Haken u. lothrecht hängende Bogen, Fig. 1765, ersetzt u. tritt die große Rosetteim Maßwerk wieder auf; im prismatique nehmen die Durchsteckungen von Prismen, bes. am Fuß der Dienste und Rundsäulen, sehr überhand. In den beiden letzten Richtungen zeigt sich schon der Kampf mit der Renaissance. Beispiel Fig. 1766, Portal des Herzogspalastes zu Nancy. Im ganzen folgte die Geschichte der französischen Gothik zwar demselben Gang wie die der deutschen, in Verhältnissen und Einzelformen zeigt sich aber so mancher Unterschied zwischen beiden. Die Hauptmassen französischer Bauten sind stets mehr auf einander gelagert, mit geringerem Verständnis der in Pfeilern und Gewölben gegen einander kämpfenden Kräfte ententwickelt und daher vom Standpunkt der Wölbtheorie niger organisch gegliedert, die Ornamente reicher entf und dadurch mehr vorherrschend als an den Werken d scher Gothik, doch zeigen die Details stets sehr eleg Zeichnung u. häufig sehr saubere Ausführung. Di brochene Helmspitzen kommen nur selten vor, die flie den Streben sind immer sehr ins Breite gezogen, die E simse verkröpfen sich häufig um die Strebepfeiler her statt sich, wie an den früheren deutschen Werken, dem V des Strebepfeilers gemäß, an denselben todt zu Die Füllungen an Strebepfeilern, Fialen, sowie die ster werden häufiger von Säulchen flankirt, wo in der! schen Gothik kantige Glieder sich finden. Die Zeichr der Mäßwerksfüllungen, die Kapitälformen etc. sind EIDELBERG O Univer ais. so manchfach verschieden an demselben Gebäude gestaltet, ioch die Pfeiler haben häufiger die einfache Säulenform, kleiöln nere Giebel sind seltener von Fialen flankirt, die Giebel sind die häufig übertrieben schlank, überhaupt die ganze Giebelnoch formation nicht so durchgebildet wie in Deutschland. Kriech250 u. Kreuzblumen sind zwar nicht so keck wie in Deutschland rak⸗ profilirt, aber doch bei weitem kecker als in England, auch ung durchgebildeter als dort. Die Pfeiler sind zwar im Verien,‚ hältnis zu den Bogen höher als in England, aber doch mit nicht so hoch wie in Deutschland; flache Dächer kommen dem bei weitem seltener vor als in England, ebenso die Ueber62), schlagsimse. Im allgemeinen haben sich normannische er-Formen in Frankreich stetiger als in Deutschland, doch bei isich weitem nicht so zähe wie in England behauptet; auch im ns), Blumenwerk macht sich dies fühlbar, Fig 1767 u. 1768. ewe⸗ Frappe, f., frz., Schlagring, Kranz der Glocke. faltet früsen, trs. Z., kraiser, eigentlich etwas fraisen, s. v. w. deut-es mit einer Fräse od. Krause (s. d. Art. kraise) versehen. gante doch auch zu größeren Kreisen drechseln; die Bearbeitung urch-kreisrunder oder elliptischer Bilderrahmen gehört z. B. egen-hierher. Es geschieht dies allerdings vielfach auf Dreh-Hurt⸗ bänken (s. d.), doch hat man auch besondere Fräsmaschinen, rum, deren Beschreibung hier zu weit führen würde. esen Fratery, Fraterhouse, 8., engl., eigentlich s. v. w. ufen. calefactorium, doch auch, ungenau, für refectorium gebr. Fen⸗ Fratze, f., Frahenbild, n., frz. marmouset, mascaron, deut-engl. mask, groteske Figur, bes. Gesicht als Verzierungen nung von Konsolen, Schlußsteinen etc.; in dem Barock⸗ u. Zopfnicht stil sehr beliebt. In mittelalterlichen Stilen dürfen eigentverzerrte Gesichter, nicht angewendet werden; die sog. Fin in diesen Stilen sind vielmehr stets im Haupttheil unverzerrte menschliche Gesichter, mit theilweisen Zusätzen von Ornamenten u. Theilen von Thierköpfen; s. Symbolik.