Galtzur, Rasiel, talmudischer Engel, vor dem Moses zitterte als er im Himmel war, das Gesetz zu empfangen. Gallüpfel, m., frz. noix f. degalle, engl. gallnut. Die Galläpfel sind Auswüchse an Blättern und anderen krautigen Pflanzentheilen, welche durch den Stich von Gallwespen veranlaßt werden. Sie haben gewöhnlich eine kugelige Gestalt, und in ihrem Innern macht die Gallwespe ihre Verwandlung vom Ei bis zum vollkommenen Insekt durch. Für die Technik sind die Galläpfel von der Eiche, bes. von der türkischen, die wichtigsten. Sie enthalten Galläpfelsäure oder Gallussäure und Galläpfelgerbsäure, Tannin, acide gallotannique, frz. acide gallique, und geben, in Verbindung mit Eisensalzen, dauerhaft schwarze Farben, Galläpfelfarben, frz. engallage, engl. gall-steep, sowie die gewöhnliche Schreibtinte. Ihre Form gab die Veranlassung zu den Knorren am gothischen Blätterwerk. Zur Färberei wegen der in ihnen enthaltenen Galläpfelsäure vielfach benutzt; wegen ihres reichen Gerbstoffes auch zum Fixiren (s. d.) von Leimfarbe; s. auch d. Art. Beize im 1. Bd. 1. Chinesische Galläpfel (Gallae chinensis), kommen von verschiedenen Pflanzen China's und Japans, unter anderen von OsbecksSumach(Rhus Osbeckii Sieb., Fam. Su machgewächse, Anacardiaceae R. Br.); ebenso von dem halbflügeligen Sumach (Rhus semialatum Murr.) 2. Die Galläpfeleiche, Kärbereiche (Quercus infectoria Oliv., Fam. Näpfchenfrüchtler), ein Baum Kleinasiens u. der Türkei, liefert die türkischen Galläpfel, auch schwarze, grüne, levantische Galläpfel genannt, frz. galles noires, vertes eto., engl. plue galls, black galls, Aleppo-galls, die beste Galläpfelsorte. 3. Die französischen Galläpfel, Puischgalläpfel, frz. Cassenole, f., stammen von der Burgunder⸗ oder Zerreiche (Qu ercus Cerris L., Fam.Schlüsselfrüchtler, Cupuliferae A. Rich.). Die Zerreiche gedeiht in Oesterreich, Ungarn, überhaupt in Südeuropa, ihre Galläpfel stehen aber den levantinischen im Gehalt an Gerbsäure bedeutend nach. Man unterscheidet natürliche Knopper, Eckendoppe und unnatürliche Knopper, Gallon de Piémont. 4. Cerpeutin-Galläpfel Gallae Terebinthi vel pistacinae, Oarobe di Giuda, Carobe di Guidea) sind die galläpfelartigen Auswüchse auf den Blättern der Terpentinpistazie (Pistacia TPerebinthus L., Fam. Sumachgewächse, Anacardiaceae R. Br.), die im südlichen Europa u. in Nordafrika wächst. Jene Aus wüchse entstehen durch den Stich der Pistazienblattlaus (Aphis Pistaciae L.), sind rundlich od. schotenartig und enthalten in ihrem Innern oft gelbe, durchsich-DOELBERG O Universitatsbib tige Harztropfen. Außer arzneilicher Verwendung benutzt man sie beim Färben der Seide etc. 5 Birginische Galläpfel (Gallae Juniperi virginianae), auch Cedernäpfel (Cider apples) genannt, stammen von dem in Nordamerika häufigen virginischen Wachholder. — 6. Weiße Galläpfel, frz. galles blanches, fausses, engl. White galls, untauglich. Galläpfellack, m. Man setzt einer Galläpfellösung so lange Eisenvitriol zu, als sich Niederschlag bildet, und laugt diesen aus. Galle, f., frz. fouille, engl. honey- comb, blasenförmige fehlerhafte Stelle im Eisenguß u dgl. Galleiche, k., s. v. w. burgundische Eiche; s. Eiche. Gallenstein, m. (Maler.), feine gelbbraune Farbe, bereitet aus Hecht- und Aalgalle, indem man sie trocknet, in Wasser auflöst, reinigt u. dann eintrocknen läßt. Gallerie, f., 1. (Hochb.) frz. galerie, f., engl. gallery, altengl. valurying, alur, ital. galleria, ballatojo, mittetalt.⸗Lat. galleria, balcones, alura, entstanden aus Wallerei, Wallraum, Raum zum Wallen, od Wallgang, Gang auf den Wall. Laufgang, breiter Korridor; vgl. d. Art. Letze, Vohr, Wallgang etc. Dies Wort, welches also nicht Galerie geschrieben werden darf, wurde allmählich auf elegante, mehr lange als breite Säle übertragen, bes. wenn sie zu Bilderaufhängung dienen, auch auf lange Säulenhallen, Geländerreihen etc., sowie auf Emporbühnen, Balkonreihen in Theatern, langgestreckte Züge in Hüttenöfen, lange Minengräben, bedeckte Gänge in Festungen etc. Ueber die zweckmäßige Anlegung einer Bildergallerie s. d. betr. Art. Die Franzosen unterscheiden: Galerie d'architecture, G.mit nur architektonischem Schmuck; g.de peinture, engl. peinted g., G. mit Wandmalereien; g.de tableaux, engl. picture-gallery, Bildergallerie; g. de soulpture, G. mit plastischem Schmuck: g. d'eau, Allee in einem Garten, beiderseits mit Reihen von Fontainen besetzt; g. d'église, Emporkirche; g. de pourtour, Verbindungsgallerie, vor den Zimmern herumführend; g. magnifique, Prunkhalle. — 2. (Schiffb.) srz. galerie, f., engl. balcony, gallery, verzierte Einfassung an Theilen des Bordes; s. d. Art. Schiffbau und Badge. — 3. s. v. w. Gang einer Mine. Man unterscheidet: große G.,etwa 1,Im. hoch, 75 80 em. breit, und halbe G., 1½5 — 1,30 m. hoch u. 75 cm. breit; s. d. Art. Minenbau. — 4. (Kriegsb.) überdeckter Gang, welcher längs der Linien einer Befestigung hinläuft, meistens hinter den Grabenrevétements gelegen, daher Escarpengallerie u. Contre-Escarpengallerie. Die unterirdischen Gänge, welche zur Anlage von Minen gebaut werden, heißen ebenfalls G.n, sobald sie söhlig, d. h. horizontal laufen. Es giebt aber auch steigende u. fallende od. Descenten-Gallerien. Ihren Dimensionen nach theilt man die G. in Haupt⸗, große und kleine, Branchen-od Zweig-Gallerten und halbe ein. Pla. Galleriefongasse, f., f. d. Art. Fougasse. Galleriespaten, m. (Kriegsbauk.), kleiner Spaten mit ganz kurzem Stiel zum Arbeiten in den Minengalerien. Galle'sche Ketten, f. pl., bei Kraftüber⸗ „0 tragungen statt der Riemen auf die Scheiben der Räder gelegt, s. Fig. (O 1809; das Glied smuß, um gleichmäßige Festigkeit für alle Glieder zu erreichen, doppelt so ren. Besser ist die in i Fig. 10310 dargestellte Fig. 1809. Galle'sche Ketten. Fig. 1810. Konstruktionsart; man kann dergl. Ketten auch aus Birken- oder Buchenholz fertigen.