FeedGallus (Martin)
NaturlehreBrockhaus 1882

Gallus (Martin), der älteste poln. Chronist, lebte in der ersten Hälfte des 12. Jahrh. Er stammte aus dem Auslande (wahrscheinlich aus Lothringen) und war Kaplan am Hofe Boleslaw III. Schiefmund. Seine lateinisch geschriebene, mit Versen durchmischte Chronik ist eigentlich nur eine Geschichte jenes Boleslaw und wurde zuerst von Legnich herausgegeben (Danzig 1749), dann von Bandtke unter dem Titel: «Martini Galli Chronicono (Warschau 1823), polnische Übersetzung von H. Kownacki (Warschau 1821). oder CeH, (OII)„CO0H ist eine organische Säure, welche in Vegetabilien, z. B. in geringer Menge in den Galläpfeln, dem Dividivi (Frucht von Caesalpinia coriaria), in den Blättern der Bärentraube, neben Gerbsäure (Gerbstoff) vorkommt und in größerer Menge durch Zersetzung des Gerbstoffs der Galläpfel (s. d.) sich bildet. Wird ein wässeriger Aufguß oder Absud von Galläpfeln längere Zeit der Luft ausgesetzt, so bildet sich darin durch Gärung G., die sich zum Teil in nadelförmigen Krystallen ausscheidet. Man erhält sie auch durch Kochen einer Lösung von Gerbsäure mit verdünnten Säuren und Alkalien. In neuerer Zeit ist sie auf synthetischem Wege aus der Salicylsäure dargestellt worden. Zur Darstellung werden Galläpfel, am besten chinesische, gröblich gepulvert, mit Wasser angerührt und so unter Ersatz des verdunstenden Wassers stehen gelassen. Es bildet sich bald eine Schimmeldecke, deren regelmäßige Entfernung zu ½ ist. Nach einiger 830 verdickt sich der Brei beträchtlich durch Auss taät. feiner Kryalle von G. Sobald dies eintritt, kocht man mit sser aus, filtriert siedend heiß, 1νn die Flüs-Mase beim Erkalten zu einer zusammenhängenden asse von feinen Krystallen erstarrt. Letztere werden abgepreßt und die Flüssigkeit, welche noch Gerbt, enthalten kann, von neuem der Luft ausgeetzt, wobei häufig sich noch G. bildet. Die abgereßten Krystalle werden durch wiederholtes Krytalliferen aus kochendem Wasser gereinigt. Die G. erscheint, wenn sie rein ist, in Gestalt farbloser, seidenartig glänzender Nadeln von herbsäuerlichem Geschmack, die in 100 Teilen kaltem, aber schon in 3 Teilen kochendem Wasser löslich sind. Ihre wässerige Lösung gibt mit Eisenoxydsalzen einen schwarzblauen Niederschlag und reduziert die edeln Metalle aus ihrer Lösung. Durch Erhitzen zersetzt sie sich und liefert ein Sublimat von Pyrogallol dopen aie oder Brenzgallussäure), in farbosen glänzenden Blättern oder Nadeln krystallisierend, in Wasser löslich und mit Eisensalzen schwarzblaue Färbungen gebend. Sie ist eine einbasische Säure, in welcher sich aber noch die drei Wasserstoffatome der Hydroxylgruppen durch Metalle ersetzen lassen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 496Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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