Glimmer, m., frz. mica, m., engl. mica, glist (Min.), kommt als wesentlicher Gemengtheil in manchen älteren plutonischen Gesteinen vor (Granit, Gneis, Glimmerschiefer); vgl. d. Art. Bausteine; erscheint am häufigsten in geschobenen, vierseitigen Säulen von höchster Dünne, so daß sie blos Tafeln scheinen mit Winkeln von 120 u. 60Grad, meist an den scharfen Seiten schwächer oder stärker abgestumpft. Säulenförmige Zusammenhäufungen solcher Glimmerkrystalle finden sich im Ural bis zu 30 em. Stärke. Außerdem kommt der G. in größeren u. kleineren dünnen Blättern (Glimmerschuppen, bis zu 120000 aufeinen em. spaltbar) vor, in großblätterigen sowie in strahligen und büschelförmigen Partien. Der nur selten wahrnehmbare Bruch ist muschelig. Er ist durch Kalkspat ritzbar, ritztGipsspat. In dünnen Blättchen elastisch biegsam, in verschiedensten Farben, aber stets metallglänzend. Manche Arten schmelzen schon in Kerzenlicht u. färben die Flamme purpurroth. Vor dem Löthrohr verhalten sich die verschiedenen Glimmerarten verschieden. Einachsige Glimmerarten geben mit Flüssen oft stark von Eisen gefärbte Gläser. Lithionglimmer (Ledolith) schmilzt sehr leicht zur blasigen, farblosen Perle etc. Arten sind: Uranglimmer, Kupferschaum, Euchlorglimmer, Kaliglimmer, Talkerdeglimmer; die Bestandtheile der wichtigsten unter diesen Arten sind: G. erhält oft, seines erzartigen Aussehens willen, den Namen Katzengold od. Katzensilber. Er wird verschiedenartig benutzt. Zerstoßen benutzt man ihn als Streusand (Glimmersand, Gold⸗ und Silbersand), sowie zur Bron-Jzirung; der farblose wird auch Marienglas, Frauenglas oder Moskauerglas genannt und zu Belegung von Holzarbeiten, zu Laternen, Rauchblakern und Fensterscheiben verwendet, namentlich in Schiffen und Kasematten, sowie in Eisenwerkstätten, da er bei Erschütterung durch Schüsse, sowie gegen Anprallen von Eisenstücken, weit mehr Widerstand leistet als Glas, auch der Einwirkung gasförmiger Flußsäure widersteht, ferner zu Cylindern für Gas⸗ und Petroleumlampen, zu Aufsätzen über Kronleuchter in Theatern, um die offenen Flammen zu verdecken und die Hitze abzuhalten, zu Lampenschirmen, welche aus Karton mit einem Aufsatze aus G.hergestellt werden. Auch Brillen für Feuerarbeiter, Bergleute, Steinschläger hat man aus blau gefärbtem oder aus ungefärbtem G. hergestellt. Das Färben des Gis wird mit transparenten Anilinlacken