Farben einander sehr nahe liegen. Wird auf ein gelbes Papier ein weißes Papierstückchen gelegt, so erscheint letzteres mit der Ergänzungsfarbe zu jener des gelben Papiers, d. i. blau. Ersetzt man das weiße Papierstückchen durch ein farbiges, so mischt sich zur Farbe des letztern die blaue Kontrastfarbe und dessen ursprüngliche Farbe erscheint daher geändert. Man bezeichnet solche Erscheinungen als die des «gleichzeitigen oder simultanen Kontrasteso. Derselbe beruht vorzüglich auf dem successiven Kontraste, indem er meist durch die unbewußte Bewegung der Augen hervorgerufen wird; erscheint mithin auf der Netzhaut da, wo bereits die ursprüngliche Farbe für die Erregung der Kontrastfarbe gewirkt hat. Die Nebeneinanderstellung der Kontrast⸗ oder Komplementärfarben wirkt ästhetisch angenehm, weil beim simultanen Kontrast, wenn eine Farbe auf die Netzhaut direkt wirkt, ohnedies auf der Nachbarstelle die Ergänzungs⸗ oder Komplementärfarbe erregt wird, woraus folgt, daß sich benachbarte Ergänzungsfarben gegenseitig stärken. Die Farbenkontraste wurden seit Chevreul (1839) mehrseitig + studiert, und es ist zweifellos, daß die Praxis aus r‚der Lehre von den Kontrastfarben Nutzen ziehen nkönne für die Auswahl und Zusammenstellung der