FeedGoldgrund
Handwerk & GewerbeBau-Lexikon 1881

Goldgrund, m., 1. Vergoldergrund, franz. batture, assiette, f. or-Couleur, m., engl. gilding-size, gold-size, Anstrich, um das Blattgold darauf haften zu machen. a) Man nehme auf 4 J. Leinöl ½ Pfd. unreinen kohlensauren Zink, 1 Pfd. Mennige, ,½ Pfd. Bleiglätte und 2 g. Aetzsublimat. Diese Mengung koche man langsam, bis auf einem Stück Glas ein Tropfen stehen bleibt, wie eine Erbse. Noch warm, verdünne man die Mischung mit Terpentinöl zur Konsistenz von dickem Sirup, in welchem Zustande sie aufgestrichen wird u. die Vergoldung sehr fest hält, rasch trocknet u. sowohl dem Blattgold u. Blattsilber als der Bronze schönen Glanz giebt. b) In einem eisernen l Kessel siedet man 14 J. Leinöl 2 Stunden lang, setzt nach u. nach 12 Pfd. Bleiglätte hinzu, läßt es 6 Stunden lang langsam fortsieden und bis zum andern Morgen stehen. Hierauf läßt man das Oel wieder sieden, versetzt es mit einer Schmelze von 10 Pfd. Animegummi und 2¼. Oel, dann mit 7 Pfd. Burgunderpech, welches bald zergeht. Diese Mischung wird noch fortgesotten u. endlich mit 35J. od. mit noch mehr Terpentinöl versetzt. Dieser Goldgrund muß immer etwas dick erhalten werden; er wird bei der Buntpapierfabrikation angewendet. — 2. frz. Couche d'or, fond doré, engl. gold-ground, goldfarbiger Hintergrund eines Gemäldes, besonders bei Heiligenbildern sehr gebräuchlich, unter Hindeutung auf die Goldwände des himmlischen Jerusalem; er ist häufig gemustert, s. d. Art. diaper. Um auf Putz Goldgrund nachzuahmen, streiche man die betreffende Fläche mit Leim⸗ od. Oelfarbe aus Umbraun u. Ocher zu gleichen Theilen. Wenn dieser Anstrich trocken ist, überfahre man ihn mittels eines halb trockenen Pinsels mit recht dick eingemachtem lichten Ocher und hierauf an den Stellen, die den meisten Goldglanz zeigen sollen, mit fast ganz trockenem Pinsel mit etwas Chromgelb oder Goldocher. Dieses Ueberfahren muß sehr locker geschehen, so daß nur einige Körnchen Farbe haften bleiben. Soll eine solche Goldgrundnachahmung alt erscheinen, so mache man in den ersten Anstrich einzelne sich verlaufende grüne und dunkelbraune Flecke und nehme zur ersten Ueberfahrung hier und da etwas Roth.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 483Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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